Tokajew und Steinmeier setzen Impuls für deutsch-kasachische Wirtschaftspartnerschaft
Das Deutsch-Kasachische Wirtschaftsforum führt am 29. September Politik und Unternehmen beider Länder in Berlin zusammen / Neue Kooperationen bei Rohstoffen, Energie, Industrie und Transport geplant
Mit einem gemeinsamen Auftritt von Kasachstans Staatspräsident Kassym-Schomart Tokajew und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erhält die deutsch-kasachische Wirtschaftspartnerschaft neuen politischen Rückenwind: Beim Deutsch-Kasachischen Wirtschaftsforum am 29. September im Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin beraten rund 300 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wirtschaft über neue Kooperationsprojekte in Industrie, Energie, bei Rohstoffen sowie Transport und Logistik. Das Forum wird vom Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft, der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), der Delegation der Deutschen Wirtschaft für Zentralasien (AHK) und der Botschaft der Republik Kasachstan organisiert.
„Kasachstan ist Deutschlands wichtigster Wirtschaftspartner in Zentralasien und steht für rund 80 Prozent unseres Handels mit der Region. Das Land bietet hervorragende Chancen für deutsche Technologieanbieter und Investoren und trägt zugleich zur Diversifizierung von Energie- und Rohstofflieferungen nach Europa bei. Die Teilnahme beider Präsidenten unterstreicht die strategische Bedeutung unserer Beziehungen“, sagt Michael Harms, Geschäftsführer des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft. „Jetzt gilt es, die hohe politische Aufmerksamkeit in konkrete Projekte und langfristige Investitionen umzusetzen.“
DIHK-Präsident Peter Adrian: „Es ist ein starkes Signal, dass beide Präsidenten heute im Haus der Deutschen Wirtschaft zusammenkommen. Kasachstan ist für die deutsche Wirtschaft ein Ankerpartner in Zentralasien – als Markt, als verlässliche Rohstoff- und Energiequelle und zunehmend auch bei grüner Energie und Wasserstoff. Deutsche Unternehmen bringen dafür Technologie und Know-how ein. Mit unserem Netzwerk aus 79 IHKs und der AHK vor Ort unterstützen wir sie dabei, aus Interesse Investitionen zu machen. Damit das gelingt braucht es auf beiden Seiten verlässliche und investitionsfreundliche Rahmenbedingungen.“
Zu den weiteren hochrangigen Teilnehmern gehören der kasachische Minister für Industrie und Bauwesen Yersain Nagaspayev, Verkehrsminister Nurlan Sauranbajew sowie Frank Wetzel, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Im Mittelpunkt der Diskussion stehen neue Potenziale der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, insbesondere in den Bereichen Verkehr, Ressourcen und Industrie. Nach ihrem bilateralen Gespräch im Bundespräsidialamt werden Tokajew und Steinmeier gemeinsam vor den Vertreterinnen und Vertretern der deutschen und kasachischen Wirtschaft sprechen.
Im Anschluss an die Reden der beiden Staatspräsidenten werden am Ende des Wirtschaftsforums eine Reihe von neuen deutsch-kasachischen Projektkooperationen vorgestellt. Geplant ist die Unterzeichnung von 37 bilateralen Projekten mit einem Gesamtvolumen von 1,8 Milliarden Euro.
Starke Steigerung des bilateralen Handels Deutsche Unternehmen sind seit vielen Jahren erfolgreich im flächenmäßig neuntgrößten Land der Erde aktiv. Zu den wichtigen deutsch-kasachischen Kooperationsfeldern gehören Maschinen- und Anlagenbau, Agrarwirtschaft, Energie, Rohstoffgewinnung und -verarbeitung, Logistik, Kreislaufwirtschaft und Wassermanagement. Kasachstan verzeichnete in den vergangenen Jahren Wachstumsraten von etwa fünf Prozent jährlich. Im Jahr 2025 erreichte der deutsch-kasachische Handel ein Volumen von rund acht Milliarden Euro. Deutschland importierte Waren im Wert von 5,3 Milliarden Euro aus Kasachstan und exportierte Güter im Wert von 2,7 Milliarden Euro in das zentralasiatische Land. Ausgehend von diesen Zahlen gab es im ersten Halbjahr 2026 ein starkes Handelswachstum um über 25 Prozent, das allerdings allein auf die Importe aus Kasachstan zurückzuführen ist.
Ein großer Teil der deutschen Einfuhren entfällt auf Erdöl und Erdgas. Hier spielt Kasachstan angesichts der kritischen Lage am Golf und der Sanktionen gegen Russland als Lieferant für Deutschland eine stabilisierende Rolle. Bei den deutschen Ausfuhren dominierten Maschinen, Fahrzeuge, chemische und pharmazeutische Erzeugnisse sowie elektrische Ausrüstungen. Kasachstan bietet sich zudem als Erzeuger grüner Energie und zukünftig als Exporteur von grünem Wasserstoff an.
Der wirtschaftspolitische Austausch mit dem zentralasiatischen Land entwickelt sich sehr dynamisch und kann sich auf ein engmaschiges Netzwerk stützen: Erst im August fand in Berlin die 17. Sitzung des Deutschen-Kasachischen Wirtschaftsrates statt, bei der zahlreiche bilaterale Projekte vorgestellt wurden. Über den Berliner Eurasischen Klub (BEK) werden jährlich drei große Netzwerkveranstaltungen in Berlin, Brüssel und Astana organisiert. Im April hatte aus diesem Anlass eine große Ost-Ausschuss-Delegation Präsident Tokajew in der kasachischen Hauptstadt getroffen, um den weiteren Ausbau der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zu diskutieren. Mit der Delegation der Deutschen Wirtschaft in Zentralasien (AHK) mit Hauptsitz im kasachischen Almaty steht bereits seit über 30 Jahren eine feste Anlaufstelle für deutsche Investoren in der Region bereit.
Pressemitteilung vom Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaftvom 28.09.2026
Deutsch-Kasachischer Wirtschaftsrat diskutierte bilaterale Projekte/ Energie, Rohstoffe und Logistik im Fokus Zentralasien ist nicht bloß ein Zukunftsmarkt, sondern bietet schon jetzt zahlreiche Möglichkeiten für deutsche Unternehmen. Diese Einschätzung zog sich wie ein roter Faden durch die 17. Sitzung des Deutschen-Kasachischen Wirtschaftsrates, der am 27. August im Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin stattfand. Die zahlreichen dort vorgestellten Projekte zeigten eindrucksvoll, wie breit die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Kasachstan mittlerweile aufgestellt sind. In den Mittelpunkt rückten dabei die Branchen Rohstoffe, Energie, Maschinenbau, Verkehr und Logistik sowie nachhaltige Entwicklung. Zugleich wurde klar: Angesichts des zunehmenden internationalen Wettbewerbs müssen deutsche Unternehmen schneller handeln, früher vor Ort sein und langfristige Partnerschaften mit lokalen Akteuren aufbauen.
Eröffnet wurde die Sitzung von den beiden Ko-Vorsitzenden Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Michael Harms und dem stellvertretenden kasachischen Außenminister Alibek Kuantyrov. Im Mittelpunkt der Sitzung des Wirtschaftsrats stand die praktische Zusammenarbeit an konkreten Investitions- und Industrieprojekten. Seit 2005 sind nach kasachischen Angaben rund acht Milliarden US-Dollar an deutschen Direktinvestitionen nach Kasachstan geflossen. Die Importe von dort nehmen zu, aber die Exporte nach Kasachstan waren zuletzt rückläufig. Neue Chancen für deutsche Unternehmen entstehen insbesondere durch die stärkere Lokalisierung von Produktion, die Zusammenarbeit bei strategischen Rohstoffen, die Modernisierung der Energie- und Verkehrsinfrastruktur sowie durch Projekte im Finanz- und Gesundheitssektor. „Kasachstan ist ein Land neuer Chancen“, sagte Minister Kuantyrow, der sein Eingangsstatement auf Deutsch vortrug.
Starker Wettbewerb um Partnerschaften Die Stimmung unter den bereits in Kasachstan tätigen deutschen Unternehmen ist insgesamt positiv. Zugleich bestehen Herausforderungen, unter anderem durch Wechselkursrisiken, Fachkräftemangel, Anforderungen bei Ausschreibungen sowie die Exportkontrollen und strengen deutschen Ausfuhrprüfungen im Rahmen der Russland-Sanktionen. Dies erschwert die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Zentralasien insgesamt. So beklagte der Vertreter Lieferanten von Bergbauausrüstungen die strenge Sanktionskontrolle, obwohl Bergbautechnik ortsgebunden sei und nicht weitergeliefert werden könne.
In der Diskussion wurde mehrfach darauf hingewiesen, dass Deutschland und Europa im Wettbewerb um den kasachischen Markt nicht allein sind. Andere internationale Partner wie China, die Nahost-Staaten, die Türkei und die USA bauen ihre Präsenz mit hoher Geschwindigkeit aus. „Ich verstehe nicht, dass Deutschland so zurückhaltend ist“, sagte Jens Barth, Entwicklungsdirektor beim kasachischen Bergbauunternehmen Quarmet an die deutschen Teilnehmenden gerichtet: „Wenn Ihr weiter so zurückhaltend seid, werdet ihr Probleme bekommen.“
Für deutsche Unternehmen bedeutet dies: Sie müssen jetzt kommen, stärker lokal denken und gemeinsam mit kasachischen Partnern passende Lösungen entwickeln. Kasachstan ist dabei kein Markt für kurzfristige Geschäfte. Erfolgreich sind vor allem Unternehmen, die langfristig investieren, Service- und Ausbildungsstrukturen aufbauen und schrittweise mehr Wertschöpfung vor Ort schaffen.
Rohstoffe: Mehr Wertschöpfung vor Ort Ein Schwerpunkt der Sitzung lag auf der deutsch-kasachischen Rohstoffzusammenarbeit. Diskutiert wurden Kooperationsmöglichkeiten bei Kupfer, Gold, seltenen Metallen und weiteren strategischen Rohstoffen. Dabei geht es für die kasachische Seite nicht nur um die Gewinnung und Lieferung von Rohstoffen, sondern auch um deren Weiterverarbeitung in Kasachstan.
Als konkrete Beispiele wurden Partnerschaften zur Verarbeitung von Kupferkonzentraten und Recyclingmaterialien sowie ein geplantes Leuchtturmprojekt für die Düngerproduktion mit einem Investitionsvolumen von 2,4 Milliarden Euro vorgestellt. Zugleich wurde deutlich, dass langfristige Rohstoffprojekte eine frühzeitige Abstimmung zwischen Produzenten, Abnehmern, Technologieanbietern und Finanzierern benötigen. Hilfreich sind neue Finanzierungsinstrumente wie der Kfw-Rohstofffonds, der eine direkte Beteiligung an Projekten vorsieht. Wünschenswert ist zudem die Bildung deutscher Konsortien, die gemeinsam komplette Planungs-, Beschaffungs- und Bauleistungen anbieten können.
Energie und grüner Wandel Kasachstan verfolgt ambitionierte Pläne für die Modernisierung seines Energiesystems, ist zugleich aber weiterhin stark von Kohle und anderen fossilen Energieträgern abhängig. Daraus ergibt sich ein breites Betätigungsfeld für deutsche Technologieanbieter.
Auf der Sitzung wurden unter anderem Projekte für einen grünen Energiekorridor zwischen Zentralasien und Europa, den Einsatz moderner Gasturbinen und den Ausbau von Stromverteilungsanlagen vorgestellt. Ein weiteres konkretes Vorhaben zielt darauf, die Restwärme älterer Heizkraftwerke besser zu nutzen und dadurch deren Energieeffizienz zu erhöhen. Immerhin ist der Energiebedarf pro BIP-Einheit in Kasachstan dreieinhalb mal so hoch wie in Deutschland. Eine deutsch-kasachische Technologieplattform könnte dabei helfen, entsprechende Lösungen zunächst in einem Pilotprojekt zu erproben.
Lokalisierung als Erfolgsmodell Im Maschinenbau wurde anhand mehrerer Beispiele deutlich, wie wichtig die Verbindung von Vertrieb, Service, Ausbildung und lokaler Produktion ist. Deutsche Unternehmen haben ihre Fertigung in Kasachstan in den vergangenen Jahren schrittweise ausgebaut und beliefern von dort teilweise weitere Märkte in der Region. Die vorgestellten Projekte reichten von Landtechnik und Pumpensystemen, über Anlagen für technische Gase bis zur Produktion großformatiger Kunststoffrohre. Gerade bei Produkten, deren Transport aufwendig und teuer ist, bietet eine Produktion vor Ort erhebliche Vorteile. Gleichzeitig schafft die Lokalisierung qualifizierte Arbeitsplätze und stärkt den Technologietransfer. „Kasachstan ist zwar ein riesiges Land, aber nicht der größte Markt, um Investitionen zu rechtfertigen“, sagte Jens Dallendörfer vom Pumpenhersteller WILO. Man arbeite aber daran, weiter zu lokalisieren und beliefere von Kasachstan aus zehn weitere Länder. Auch der deutsche Landmaschinenhersteller Claas, der seit einigen Jahren in Kasachstan montiert, erhöht sukzessive die Wertschöpfung im Land.
Ein weiteres zentrales Thema war der Ausbau der Verkehrs- und Logistikinfrastruktur. Vorgestellt wurden Projekte zur Modernisierung der kasachischen Eisenbahn, zur Entwicklung von Instandhaltungskonzepten und zum Ausbau des Containerverkehrs. Besondere Bedeutung kommt dem geplanten intermodalen Containerterminal im Hafen Aktau mit einer Kapazität von bis zu 300.000 TEU zu. Das Projekt soll die Leistungsfähigkeit der transkaspischen Route stärken. Es gehe nicht um den schnellen Verkehr zwischen EU und China. Da gebe es schnellere Wege, sagte Heinrich Kerstgens von Rhenus, sondern um die Verbindung zwischen der EU und Zentralasien. Die Länder der Region sind eben nicht nur Transitstaaten, sondern eigenständige Produktions-, Investitions- und Absatzmärkte.
Wasser und Nachhaltigkeit als Zukunftsfelder Auch nachhaltige Entwicklung und Wasserwirtschaft bieten großes Potenzial für die bilaterale Zusammenarbeit. Rund 44 Prozent des kasachischen Flusswassers stammen aus dem Ausland. Gleichzeitig verschärft der Klimawandel die Herausforderungen bei Wasserversorgung und Wassermanagement. Diskutiert wurden die Modernisierung von Leitungsnetzen und Abwassersystemen in zahlreichen Kommunen sowie die Idee eines deutsch-kasachischen Wasserlabors. Weitere Vorhaben betreffen die Verwertung von Altglas, die Nutzung industrieller Restwärme und den Aufbau von Kompetenzen im Gesundheitssektor. Das Programm der Sitzung umfasste zudem die Vorstellung der Investitionsplattform Alatau City und ihrer prioritären Geschäftsfelder für deutsche Investoren.
Mehr Tempo und langfristiges Engagement erforderlich Die DKWR-Sitzung machte deutlich, dass deutsche Unternehmen in Kasachstan über einen hervorragenden Ruf verfügen und in zahlreichen Branchen gefragte Technologie- und Investitionspartner sind. Dieses Image ist jedoch kein Selbstläufer. Die zentrale Botschaft lautete deshalb: Deutsche Unternehmen sollten die Chancen in Kasachstan und Zentralasien jetzt nutzen. Gefragt sind angesichts des scharfen Wettbewerbs in der Region mehr Tempo, eine stärkere Präsenz vor Ort und der Mut, langfristige Partnerschaften einzugehen. Der Deutsche-Kasachische Wirtschaftsrat bietet eine passende Plattform, um Unternehmen, Politik und Finanzierungsinstitutionen zusammenzubringen und aus Projektideen konkrete Kooperationen zu entwickeln.
Christian Himmighoffen Leiter Presse und Kommunikationim Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft
1. Juli 2026. Im Verlauf des Gesprächs betonte Präsident Kassym-Schomart Tokajew, dass Kasachstan der Entwicklung der strategischen Partnerschaft mit der Bundesrepublik Deutschland besondere Bedeutung beimisst.
Der Präsident hob hervor, dass Deutschland zu den wichtigsten Handels- und Investitionspartnern Kasachstans zählt.
„Der bilaterale Handel sowie die Investitionszusammenarbeit entwickeln sich weiterhin positiv. Seit 2005 wurden mehr als 8 Milliarden US-Dollar an Direktinvestitionen aus Deutschland in die kasachische Wirtschaft investiert, wobei der Schwerpunkt auf dem Nichtrohstoffsektor liegt. In Kasachstan sind heute mehr als eintausend Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung erfolgreich tätig, darunter renommierte Industriekonzerne wie CLAAS, Horsch, Siemens, BASF, Heidelberg Materials, Siemens Energy, Knauf und Linde“, erklärte das Staatsoberhaupt.
Präsident Tokajew bekräftigte die Bereitschaft Kasachstans, sämtliche erforderlichen Voraussetzungen für eine noch stärkere Präsenz deutscher Unternehmen auf dem kasachischen Markt zu schaffen.
Darüber hinaus informierte der Präsident über die umfassenden politischen Reformen, die derzeit im Land umgesetzt werden. Dabei wurde hervorgehoben, dass die neue Verfassung Kasachstans die grundlegenden Prinzipien verankert, die den Entwicklungsweg des Landes als demokratischen, säkularen, rechtsstaatlichen und fortschrittlichen Staat bestimmen.
Bundesministerin Katherina Reiche bedankte sich ihrerseits beim Präsidenten für die Gelegenheit zum Austausch über aktuelle Fragen der bilateralen Agenda und würdigte die beachtlichen Fortschritte Kasachstans im Bereich der sozioökonomischen Entwicklung.
Zugleich erklärte sie, dass Kasachstan der wichtigste Handels- und Wirtschaftspartner Deutschlands in der Region sei, und unterstrich das große Potenzial für einen weiteren Ausbau der bilateralen Zusammenarbeit.
Im Mittelpunkt des Gesprächs standen zudem die Perspektiven einer Vertiefung der Kooperation in den Bereichen Energie, Industrie, Digitalisierung, Gewinnung und Verarbeitung seltener Erden sowie der Verkehrs- und Logistikinfrastruktur.
Zum Abschluss bat Präsident Kassym-Schomart Tokajew Bundesministerin Katherina Reiche, dem Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Frank-Walter Steinmeier, sowie dem Bundeskanzler Friedrich Merz seine herzlichen Grüße und besten Wünsche zu übermitteln.
Pressemitteilung der Botschaft der Republik Kasachstan in Deutschland
Hochschule Hof tritt dem Kasachisch-Deutschen Institut für nachhaltige Ingenieurwissenschaften als Mitgründerin bei
Am 1. Juni 2026 fand in Berlin, der Hauptstadt Deutschlands, ein Treffen unter Teilnahme von Leitern kasachischer und deutscher Hochschulen statt. Die Veranstaltung stellte einen weiteren wichtigen Schritt zur Vertiefung der Bildungs- und Wissenschaftskooperation zwischen beiden Ländern dar.
An dem Treffen nahmen der Präsident der Deutsch-Kasachischen Universität Prof. Dr. Wolrad Rommel, der Präsident der Hochschule Hof Prof. Dr. Jürgen Lehmann, der Rektor der Jessenow-Universität (Kaspische Universität für Technologie und Ingenieurwesen) Prof. Dr. Berik Achmetow, sowie Vertreter der akademischen Kreise Kasachstans und Deutschlands teil.
In seiner Eröffnungsrede betonte der Botschafter der Republik Kasachstan in der Bundesrepublik Deutschland Nurlan Onzhanov, dass die Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Innovation einen besonderen Stellenwert in den kasachisch-deutschen Beziehungen einnehme. Er würdigte die dynamische Entwicklung des Kasachisch-Deutschen Instituts für nachhaltige Ingenieurwissenschaften (KINI) in Aktau und zeigte sich überzeugt, dass die Erweiterung des Partnernetzwerks des Instituts zur Ausbildung gefragter Fachkräfte sowie zur Umsetzung vielversprechender Forschungsprojekte beitragen werde.
Prof. Dr. Wolrad Rommel stellte den Teilnehmern die bisherigen Ergebnisse des KINI vor, das 2023 auf Initiative zweier Hochschulen gegründet wurde. Nach seinen Angaben studieren derzeit 148 Studierende am Institut. Zum kommenden akademischen Jahr wird die Aufnahme von weiteren rund 150 Studierenden erwartet. Besonderes Augenmerk legte er auf das internationale Ausbildungsmodell, das den Studierenden die Möglichkeit bietet, ihr Studium an der Deutsch-Kasachischen Universität sowie an deutschen Partnerhochschulen fortzusetzen und dabei einen Doppelabschluss zu erwerben.
Prof. Dr. Berik Achmetow präsentierte die Leistungen der Jessenow-Universität beim Ausbau des Instituts und hob die Bedeutung des KINI für die Ausbildung einer neuen Generation von Ingenieuren hervor. Er berichtete über die Schaffung moderner Studienbedingungen in Aktau sowie über die Entwicklung von Studienprogrammen mit Schwerpunkt auf Energiewende, grünen Technologien, Logistik und nachhaltiger Industrie.
Prof. Dr. Jürgen Lehmann erläuterte seine Vorstellungen zur weiteren Entwicklung der Partnerschaft und erklärte die Bereitschaft der Hochschule Hof, die Zusammenarbeit mit den kasachischen Partnern auszubauen. Seiner Auffassung nach wird die Bündelung der Kräfte die Kooperation insbesondere in den Bereichen Wasserstoffwirtschaft, nachhaltige Technologien und anwendungsorientierte Forschung auf eine neue Ebene heben.
Höhepunkt der Veranstaltung war die Unterzeichnung der Dokumente über den Beitritt der Hochschule Hof (Bayern, Deutschland) als dritte Mitgründerin des Kasachisch-Deutschen Instituts für nachhaltige Ingenieurwissenschaften. Dieser Schritt stärkt den internationalen Status des KINI und erweitert die Möglichkeiten für akademische Mobilität, gemeinsame Forschungsprojekte sowie die Ausbildung hochqualifizierter Fachkräfte nach internationalen Standards.
Heute ist das KINI nicht nur ein Bildungsprojekt, sondern auch eine wirksame Plattform für wissenschaftlichen Austausch, die Einführung von Innovationen und die Stärkung einer langfristigen Partnerschaft zwischen Kasachstan und Deutschland.
Pressemitteilung der Botschaft der Republik Kasachstan in Deutschland
Vom 23. bis 26. April 2026 reisten mehr als 30 Vertreterinnen und Vertreter deutscher Unternehmen und Institutionen in die kasachische Hauptstadt Astana. Geleitet wurde die Delegation von der Ost-Ausschuss-Vorsitzenden Cathrina Claas-Mühlhäuser. Anlass der Reise war die 46. Sitzung des Berliner Eurasischen Klubs (BEK) sowie bilaterale Gespräche mit der kasachischen Regierung im Kontext des Regional Ecological Summits in Astana (RES 2026). Im Mittelpunkt standen dabei Themen der deutsch-kasachischen Wirtschaftskooperation in den Bereichen Klima, Wasser, Landwirtschaft, Industrie und Logistik.
BEK: Wasser zentrales Thema Im Mittelpunkt der Delegationsreise stand die 46. Sitzung des BEK unter dem Titel „Gemeinsam nachhaltige Entwicklung gestalten: Strategische Partnerschaft zwischen Kasachstan und Deutschland für eine grüne Zukunft“. Eines der zentralen Themen der Sitzung war Wasser, das in der Region längst zu einem wichtigen Faktor für wirtschaftliche Stabilität und Sicherheit geworden ist. In Kasachstan entfallen rund 80 Prozent der Süßwassernutzung auf die Landwirtschaft, was das Management von Wasserressourcen unmittelbar mit Ernährungssicherheit und wirtschaftlicher Entwicklung verknüpft.
Kasachstan ist einer der weltweit größten Weizenexporteure, und der Getreidesektor spielt sowohl für die Binnenwirtschaft als auch für die Exportposition des Landes eine strategische Rolle. Gerade deshalb wurde in den Diskussionen besonders betont, dass Wasser, Klima und Landwirtschaft nicht länger getrennt betrachtet werden dürften. Erörtert wurden aktuelle Herausforderungen für den Agrarsektor – von der geringen Erneuerungsrate bei Landtechnik bis hin zur Notwendigkeit der Digitalisierung und der Einführung wassersparender Lösungen.
Deutsche Unternehmen bauen Präsenz aus Ein wichtiger praktischer Akzent lag auf der Rolle der deutschen Wirtschaft. Die Unternehmen CLAAS und CT Agro sind seit 25 Jahren in Kasachstan tätig und setzen die Lokalisierung der Produktion in Petropawlowsk fort, während gleichzeitig das Servicenetz ausgebaut wird. Neue Standorte sind 2026 in Petropawlowsk und 2028 in Kokshetau geplant. Besonderes Augenmerk gilt zudem der Fachkräftequalifizierung und dem Technologietransfer, was den langfristigen Charakter der Partnerschaft unterstreicht.
Ein nächster praktischer Schritt zur Vertiefung der Zusammenarbeit könnte die Einrichtung eines Kazakh-German Water Hub sein. Dabei geht es nicht nur um eine Plattform für fachlichen Austausch, sondern auch um einen Mechanismus zur Unterstützung des neuen Wasserkodexes in Kasachstan, zur Umsetzung von Pilotprojekten, zur Digitalisierung des Wassersektors sowie zur Ausbildung von Fachkräften. Im Rahmen der Sitzung wurden dazu Memoranden zwischen den zuständigen kasachischen Ministerien und dem unabhängigen Institut für Umweltfragen Deutschland sowie zwischen der staatlichen Gesellschaft „Kasachisches Zentrum für Modernisierung und Entwicklung der Wohnungs- und Kommunalwirtschaft“, German Water Partnership und dem deutschen Unternehmen System S&P GmbH unterzeichnet.
Die 46. BEK-Sitzung hat gezeigt, dass der Klub, der früher häufig vor allem als Plattform des politisch-wirtschaftlichen Austauschs wahrgenommen wurde, heute zunehmend als Format zur Vorbereitung gemeinsamer Projektlösungen dient. Gerade darin liegt ein zentrales Ergebnis des Forums: der Übergang vom Dialog hin zu praktischer Kooperation.
Empfang beim Präsidenten Im Rahmen der Geschäftsreise wurde die Ost-Ausschuss-Vorsitzende Claas-Mühlhäuser von Präsident Kassym-Schomart Tokajew empfangen. Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Vertiefung der deutsch-kasachischen Wirtschaftsbeziehungen. Ein besonderes Augenmerk lag auf prioritären Kooperationsfeldern wie Energie, Maschinenbau, Agrarwirtschaft, Logistik und Wassermanagement. Darüber hinaus wurden Fragen der Modernisierung der Landwirtschaft, der Steigerung der Effizienz bei der Wassernutzung sowie Möglichkeiten einer Ausweitung der technologischen Zusammenarbeit in diesen Bereichen erörtert.
Die Gesprächspartner tauschten sich zudem über die Entwicklung der Transport- und Logistikanbindung, einschließlich des Potenzials des Mittleren Korridors, aus und diskutierten Perspektiven der Zusammenarbeit im Bereich kritischer Rohstoffe und nachhaltiger Infrastruktur. In diesem Zusammenhang wurde die wachsende Rolle Kasachstans als verlässlicher Partner Europas bei Rohstoffen, industrieller Kooperation und Transit hervorgehoben. Im Verlauf des Gesprächs wurde auch die Agenda des bevorstehenden deutsch-kasachischen Gipfeltreffens im Format Z5+1 angesprochen, das als wichtiges Dialogformat für die weitere Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den Ländern Zentralasiens betrachtet wird.
Präsident Tokajew würdigte den bedeutenden Beitrag des Ost-Ausschusses zur Entwicklung der bilateralen Beziehungen und bekräftigte das Interesse an einer Fortsetzung gemeinsamer Initiativen und Investitionsprojekte.
Deutscher Beitrag zur Entwicklung des kasachischen Industriepotenzials Im Rahmen eines bilateralen Treffens im Ministerium für Industrie und Bau stellte die deutsche Delegation zentrale Investitions- und Kooperationsvorhaben vor. Im Mittelpunkt standen Möglichkeiten zur Einbindung deutscher Unternehmen in laufende Industrie- und Infrastrukturprojekte. Vertreter der Delegation präsentierten dabei ausgewählte Projektansätze in den Bereichen Maschinenbau, Agrartechnik und Abwasserwirtschaft.
Zum Abschluss wurde im Rahmen einer Präsentation des industriellen Potenzials Kasachstans für die Leitung des Ost-Ausschusses ein Besuch in der Industriezone Astana organisiert. Dabei erhielt die Delegation Einblicke in ausgewählte Produktionsstandorte und laufende Investitionsprojekte. Ein Schwerpunkt war der Besuch der Produktionsplattform der YDA Group, die in Astana einen industriellen Komplex mit mehreren lokalisierten Fertigungsrichtungen betreibt, darunter modulare Baukomponenten, PVC- und Aluminiumlösungen sowie Produkte für Bau- und Sozialinfrastruktur. Vorgestellt wurden zudem neue Investitionsprojekte, darunter ein Werk für Sandwich-Paneele, mit dem die Gruppe ihre Präsenz in der kasachischen Bauindustrie weiter stärkt.
Weiterer Programmpunkt war der Besuch des Astanaer Lokomotivwerks von Alstom, das sich als Teil eines wachsenden Industrieclusters mit Akteuren wie Wabtec, Stadler Rail und Kazakhstan Temir Zholy entwickelt. Hervorgehoben wurde zudem die Exportfähigkeit des Standorts: 40 Lokomotiven des Typs AZ8A wurden bereits nach Aserbaidschan geliefert. Besondere Aufmerksamkeit galt der zunehmenden Integration des Standorts in internationale Lieferketten. Vorgestellt wurden Pläne für erste Lieferungen von Produkten aus Kasachstan nach Europa über den Mittleren Korridor, die bereits in diesem Jahr erfolgen sollen. Dies unterstreicht die wachsende Rolle Kasachstans nicht nur als Produktionsstandort für den regionalen Markt, sondern zunehmend auch als Bestandteil europäischer industrieller Wertschöpfungsketten.
Logistik, Rohstoffe und Finanzierung im Fokus/ Über 200 Teilnehmende aus Deutschland und Kasachstan
Am 24. Februar versammelten sich zum Kazakhstan Investment Day 2026 über 200 Unternehmensvertreterinnen und -vertreter in den Räumlichkeiten der KfW Bankengruppe in Frankfurt am Main. In Anknüpfung an die bereits etablierten Treffen im Rahmen der deutsch-kasachischen Arbeitsgruppe für Finanzierung und Risikoabsicherung sowie der traditionellen deutsch-kasachischen Wirtschaftsforen hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, Diskussionen mit hochrangigen Gästen aus den Bereichen Finanzierung und Logistik im Hinblick auf die Investitions- und Wirtschaftskooperation zwischen Kasachstan und Deutschland zu verfolgen.
Kasachstans als strategischer Partner Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Christiane Laibach, Mitglied des Vorstands der KfW, und Nurlan Onzhanov, dem kasachischen Botschafter in Deutschland. Thomas Steffen, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE), hob in seiner Keynote hervor, dass Kasachstan Deutschlands wichtigster Partner in Zentralasien sei und man diese besondere Wirtschaftsbeziehung weiter ausbauen wolle, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Situation. Deutschland brauche verlässliche Partner, und Kasachstan sei ein solcher Partner, etwa in den Bereichen Logistik (Mittlerer Korridor) und Rohstoffpartnerschaften. Dafür müssten manche Prozesse beschleunigt werden, etwa in Hinblick auf Visa-Angelegenheiten und BAFA-Genehmigungen. Das BMWE sei daran interessiert, an diesen Problemen zu arbeiten, auch wenn dies wegen der Sanktionen nicht einfach sei.
Unter der Leitung von Yersaiyn Nagaspayev, dem kasachischen Minister für Industrie und Bauwesen, war eine Delegation aus Kasachstan zum Investment Day angereist, darunter Vertreter von Ministerien und regionalen Stakeholdern. Der Minister betonte die Attraktivität Kasachstans für Investitionen und die kontinuierlichen Bemühungen, die Bedingungen für Investoren zu verbessern. Kasachstan hat dazu sein Netzwerk auf 17 Sonderwirtschaftszonen erweitert, um Industrialisierung und Investitionen zu fördern. In diesen Zonen werden Steuerbefreiungen, Zollvergünstigungen und Unterstützung bei der Infrastruktur angeboten, um ausländische Investitionen in Schlüsselbranchen anzuziehen.
Logistik als Schlüssel zur Rohstoff- und Versorgungssicherheit In der Podiumsdiskussion zur Logistik, die von Michael Harms, dem Geschäftsführer des Ost-Ausschusses, moderiert wurde, wurden neue Impulse für den Mittleren Korridor als Schlüsselroute zur Sicherung von Lieferketten und dem Zugang zu Rohstoffen gesetzt. Auf dem Podium diskutierten Vertreterinnen und Vertreter von Banken, darunter Gastgeber KfW und die Entwicklungsbank Kasachstans, die Möglichkeiten der Zusammenarbeit. So hat die Entwicklungsbank von Kasachstan ein Programm in Höhe von einer Milliarde US-Dollar zur Finanzierung der Gewinnung und Verarbeitung seltener und kritischer Rohstoffe aufgelegt. Es zielt auf Lanthanide, Lithium, Kobalt und andere Rohstoffe, um mittlere und große Investitionsprojekte zu unterstützen. Den Rohstoffsektor vertraten Thyssen Schachtbau, Schachtbau Nordhausen, Solidcore Resources und Qazaq Kalium Ltd. Deutschland zielt darauf ab, langfristige und zuverlässige Lieferbeziehungen aufzubauen. Diese werden durch die wachsende Bedeutung des Mittleren Korridors und der EU-Initiative Global Gateway logistisch unterstützt.
Finanzierung entscheidend Im zweiten Teil des Investment Day wurden Export- und Investitionsgarantien sowie -instrumente diskutiert. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzenden Timur Onzhanov von der National Investment Holding Baiterek JSC erläuterte die kürzlich erfolgte Umstrukturierung von Baiterek, die dazu diene, entsprechende sektorspezifische Teams aufzubauen, die Projekte fachlich betreuen und ausländische Partner unterstützen könnten. Herwig Maaßen von PricewaterhouseCoopers berichtete über Finanzierungsrisiken. Laut einer Umfrage unter Kreditexportinstitutionen sei die geopolitische Situation eine der drei größten Sorgen, während die Auswirkungen der KI und der Fachkräftemangel in den Hintergrund träten.
Den Abschluss des „Kazakhstan Investment Day 2026” bildete die Unterzeichnung einer Finanzierungspartnerschaft zwischen der KfW IPEX-Bank und dem Bergbauunternehmen Solidcore Resources. Die Veranstaltung machte deutlich, wie wichtig Kasachstan für Deutschland als verlässlicher Partner in den Bereichen Investitionen, Logistik und Rohstoffe ist. Darüber hinaus wurde die wachsende Bedeutung von Finanzkooperationen unterstrichen, die durch neue Programme, institutionelle Reformen und konkrete Partnerschaften gefördert werden.
Strategische Wasserpartnerschaft: Eine neue Phase praktischer Lösungen
Am 11. November 2025 fand ein Runder Tisch zum Thema „Strategische Wasserpartnerschaft Kasachstan-Deutschland: eine neue Ebene“ statt, der gemeinsam mit der „German Water Partnership“ Association organisiert wurde.
An der Veranstaltung nahmen Vertreter staatlicher Strukturen, wissenschaftlicher Institute und Wirtschaftskreisen beider Länder teil.
Der Botschafter von Kasachstan Nurlan Onzhanov betonte die langjährige und für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit zwischen Kasachstan und Deutschland in den Bereichen nachhaltige Entwicklung, grüne Technologien und Wassermanagement.
Er erklärte, die Partnerschaft beider Länder erreiche eine neue Stufe systemischer Lösungen, gemeinsamer Projekte und des Technologieaustauschs.
Der kasachische Diplomat bedankte sich bei der Bundesregierung, dem Auswärtigen Amt und der GIZ für die Initiative „Green Central Asia“ und die Unterstützung von Klimaprojekten in der Region. Die im Rahmen der Initiative verabschiedete regionale Klimaanpassungsstrategie bilde eine solide Grundlage für die weitere Zusammenarbeit.
Der Geschäftsführer der German Water Partnership, Boris Greifeneder, lobte den offenen Dialog und bekundete seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit bei der Suche nach nachhaltigen Lösungen in den Bereichen Wasserressourcen, nachhaltige Entwicklung und Klimaanpassung. Die Wasserpartnerschaft setzt sich dafür ein, die Kooperation zwischen den Ländern durch die Bündelung von Fachwissen, Technologie und Innovation weiter zu stärken, um gemeinsame Ziele für nachhaltige Entwicklung zu erreichen.
Die im Wassersektor Kasachstans durchgeführten Reformen wurden positiv hervorgehoben, darunter das Inkrafttreten des neuen Wassergesetzes, die Wiederherstellung des Nationalen Hydrogeologischen Dienstes, die Einführung des Digitalen Wasserkatasters, die Schaffung des Nationalen Wasserressourcen-Informationssystems und Pläne zur Modernisierung von Stauseen, Abwasser- und Bewässerungssystemen.
Die Podiumsdiskussionen konzentrierten sich auf die Perspektiven der Zusammenarbeit in den Bereichen Wassermanagement, nachhaltige Entwicklung und öffentliche Versorgungsbetriebe sowie auf die kasachische Initiative zur Schaffung eines kasachisch-deutschen Innovationszentrums für Wasser. Dieses soll als Plattform für den Technologieaustausch, die Implementierung digitaler Lösungen und die Entwicklung von Pilotprojekten dienen.
Nach Abschluss des Rundtischgesprächs bekräftigten die Seiten ihr Engagement für die Stärkung der strategischen Wasserpartnerschaft zwischen den Ländern. Es wurde vereinbart, einen innovativen Wasser-Hub zu schaffen und die Entwicklung gemeinsamer Initiativen und Pilotprojekte in den Bereichen Wassermanagement, nachhaltige Entwicklung und Kommunalwirtschaft zu fördern.
Heute ist die Wasserpartnerschaft zwischen Kasachstan und Deutschland nicht nur ein Erfahrungsaustausch, sondern eine strategische Entscheidung, die das gemeinsame Verständnis widerspiegelt, dass Wasser ein Schlüsselfaktor für nachhaltige Entwicklung, Wirtschaftswachstum und Sicherheit in der Zukunft ist.
Pressemitteilung der Botschaft der Republik Kasachstan in Deutschland
Kasachstan und Deutschland verstärken ihren außenpolitischen Dialog
Berlin, 2. Dezember 2025 – Am Dienstag fanden die politischen Konsultationen zwischen den Außenministerien der Republik Kasachstan und der Bundesrepublik Deutschland statt, bei denen die wichtigsten Themen der bilateralen Zusammenarbeit behandelt und aktuelle Fragen der internationalen Politik erörtert wurden. Die kasachische Delegation wurde vom stellvertretenden Außenminister der Republik Kasachstan, Arman Issetov, geleitet. Die deutsche Seite führte der Beauftragte des Auswärtigen Amtes für Osteuropa, Kaukasus und Zentralasien, Dr. Niklas Wagner an.
Im Rahmen der Konsultationen wurde ein breites Spektrum politischer, wirtschaftlicher und kulturell-humanitärer Zusammenarbeit behandelt. Es wurden die Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit im Jahr 2025 zusammengefasst, laufende Projekte und Perspektiven für den Ausbau der bilateralen Zusammenarbeit erörtert.
Besonderes Augenmerk wurde auf die regionale Zusammenarbeit in Zentralasien gelegt. Die Seiten stellten eine nachhaltige Dynamik bei der Entwicklung interregionaler Initiativen fest und tauschten sich über Möglichkeiten zur Vertiefung der praktischen Zusammenarbeit aus.
Im Rahmen der Strategischen Regionalpartnerschaft zwischen Zentralasien und Deutschland (Z5+1) wurden Fragen der Umweltagenda, des Umweltschutzes, der Anpassung an den Klimawandel und der Wasserwirtschaft erörtert. Beide Seiten betonten die Bedeutung gemeinsamer Anstrengungen zur Unterstützung einer nachhaltigen Entwicklung der Region, unter anderem durch die Umsetzung gemeinsamer Projekte im Bereich Ökologie und Wasserdiplomatie.
In diesem Zusammenhang fand auch ein Treffen zwischen dem stellvertretenden Außenminister der Republik Kasachstan Arman Issetov und dem politischen Direktor des Auswärtigen Amtes Dominik Mutter, statt, um die weitere Zusammenarbeit im Rahmen des Z5+1-Formats zu erörtern.
Darüber hinaus wurden bei den Konsultationen die Perspektiven für eine Vertiefung der Zusammenarbeit mit der Europäischen Union besprochen, darunter Fragen des Handels und der Wirtschaft, der Infrastruktur- und Verkehrsintegration, der digitalen Technologien und der Energiepartnerschaft.
Zu aktuellen internationalen Aspekten tauschten die Teilnehmer der Konsultationen ihre Einschätzungen zur aktuellen geopolitischen Lage in der Welt aus und bekräftigten ihr Bekenntnis zur Aufrechterhaltung eines konstruktiven Dialogs, des Völkerrechts und der Grundsätze der Multilateralität.
Im Anschluss an das Treffen unterstrichen beide Seiten ihre Absicht, die regelmäßigen Konsultationen fortzusetzen und die praktische Zusammenarbeit in allen Bereichen der bilateralen und regionalen Agenda auszubauen.
Pressemitteilung der Botschaft der Republik Kasachstan in Deutschland
Kasachisch-deutsche Regierungsarbeitsgruppe für Wirtschaft und Handel
Die 15. Sitzung der kasachisch-deutschen Regierungsarbeitsgruppe für Wirtschaft und Handel fand in der Hauptstadt Kasachstans statt
Astana, 24. September 2025 – In Astana fand die 15. Sitzung der kasachisch-deutschen Regierungsarbeitsgruppe für Wirtschaft und Handel statt. Das Treffen bestätigte das hohe Maß an Vertrauen zwischen den beiden Ländern und ihr Engagement für die Erzielung praktischer Ergebnisse.
Zur deutschen Delegation in Kasachstan gehörten rund 40 Vertreter staatlicher Stellen, Industrieverbände sowie die Leitung der Deutschen Industrie- und Handelskammer, des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft und einer Reihe großer Unternehmen. Die Sitzung wurde von beiden Co-Vorsitzenden – Yersaiyn Nagaspayev Minister für Industrie und Bauwesen Kasachstans und Ralf Böhme Leiter der Abteilung für Außenwirtschaftspolitik im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geleitet. Die Seiten präsentierten einen umfassenden Überblick über die aktuelle Agenda und künftige Projekte.
Die Arbeitsgruppe dient als zentrale Plattform für inhaltliche Diskussionen, die von der Stärkung strategischer Partnerschaften und der Ausweitung des Handels bis hin zur Zusammenarbeit in der Produktion, der Stärkung der Lieferketten und dem Technologieaustausch reichen. Die Teilnehmer identifizierten Bereiche, die schnelle Multiplikatoreffekte für beide Volkswirtschaften erzielen könnten.
Im Rahmen der Sitzung wurden folgende Dokumente unterzeichnet:
Memorandum über die Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Bahn und der „QazIndustry“ AG
Gemeinsame Absichtserklärung zum Handelsförderungsprogramm „Partnering in Business with Germany“ für kleine und mittlere Unternehmen und zum Instrument „Wirtschaftsbeziehungen“ zwischen dem Ministerium für nationale Wirtschaft der Republik Kasachstan und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie der Bundesrepublik Deutschland
Vereinbarung über die Zusammenarbeit bei der Finanzierung durch die Exportkreditagentur (ECA) zwischen der Entwicklungsbank von Kasachstan und der AKA Bank. Die Seiten haben ihr gegenseitiges Interesse an der Ausweitung der Handels-, Wirtschafts-, Kultur- und humanitären Beziehungen, der Gründung neuer gemeinsamer Produktionsbetriebe, der Stärkung der Energie-, Lebensmittel- und Rohstoffsicherheit sowie am Technologietransfer und der Digitalisierung als Grundlage für die Modernisierung der Branchen bekräftigt.
Der nächste Schritt wird die Ausarbeitung der Projektfahrpläne und Umsetzungsmechanismen sein.
Pressemitteilung der Botschaft der Republik Kasachstan in Deutschland