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Wirtschaftsgespräch im Z5+1-Format

Ost-Ausschuss organisiert Wirtschaftsgespräch im Z5+1-Format / Fünf Staaten Zentralasiens für wirtschaftliche Diversifizierung von strategischer Bedeutung

Im Rahmen des Gipfel-Treffens der Außenminister aus Zentralasien mit Bundesaußenminister Johann Wadephul im Z5+1-Format organisierte der Ost-Ausschuss am 11. Februar ein hochrangiges Wirtschaftsgespräch. Niko Warbanoff, Präsidiumsmitglied und Sprecher des Arbeitskreises Zentralasien im Ost-Ausschuss, forderte dabei Wirtschaft und Politik dazu auf, die sich bietenden Chancen zu nutzen: „Deutschland und Europa müssen jetzt schnell handeln. Auch in Zentralasien entscheidet sich, wer geopolitisch künftig mitgestaltet.“

Das Format Z5+1 ist noch recht jung: Das erste deutsch-zentralasiatische Gipfeltreffen fand im September 2023 statt, als der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz alle fünf Staatschefs der Region erstmals in Berlin begrüßen konnte. Bereits damals übernahm der Ost-Ausschuss die Federführung für einen hochrangigen Wirtschaftsgipfel. Es folgte ein zweiter Gipfel 2024 in Kasachstan und Usbekistan mit hochrangigen Delegationen. Dass es unter der nachfolgenden Bundesregierung nun erstmals in Berlin zu einem gemeinsamen Treffen der Außenminister kam, lässt auf eine weitere Intensivierung der Beziehungen hoffen.

Die fünf zentralasiatischen Länder Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan rücken wegen ihrer strategischen Lage und ihres Ressourcenreichtums ins Zentrum internationaler Aufmerksamkeit. Gerade mit Blick auf das wachsende Engagement der Großmächte China, USA und Russland aber auch der Türkei und der Golfstaaten in der Region ist für die deutsche Wirtschaft und den Ost-Ausschuss die strategische Weiterentwicklung und politische Flankierung der Beziehungen durch die Bundesregierung und die Europäische Kommission von höchster Bedeutung.

Dies war auch die Kernbotschaft der 90-minütigen Abstimmungsrunde im ehrwürdigen Weltsaal des Auswärtigen Amts mit Bundesaußenminister Johann Wadephul, den vier Außenministern aus Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan sowie dem stellvertretenden turkmenischen Außenminister. In Abstimmung mit dem Auswärtigen Amt konnte der Ost-Ausschusses rund 20 in der Region stark engagierte Unternehmen sowie Vertreterinnen und Vertreter von DIHK und BDI für die vertrauliche Runde nominieren.

Dynamischer Wirtschaftsraum mit junger Bevölkerung
„Zentralasien ist ein dynamischer Wirtschaftsraum mit hohen Wachstumsraten, einer jungen, qualifizierten Bevölkerung und enormem Potenzial für Partnerschaften in den Bereichen Energie, Rohstoffe und Infrastruktur. Damit können wir unsere wirtschaftliche Resilienz stärken und neue Lieferketten etablieren“, unterstrich Niko Warbanoff, der als Moderator durch das Treffen im Weltsaal führte.

In den Mittelpunkt des Austausches rückten die Themen Rohstoffförderung, Agrarwirtschaft, Energienetze, Wasser- und Klimaschutz sowie der Ausbau der Logistikketten. In der Region besonders engagierte deutsche Unternehmen wie Siemens Energy, Schachtbau Nordhausen, John Deere, Claas und Rhenus hatten dabei stellvertretend die Möglichkeit, ihr Engagement vorzustellen und neue Projekte aber auch noch bestehende Defizite anzusprechen.

Die Außenminister beschrieben ihrerseits die wirtschaftlichen Potenziale ihrer Länder etwa zur Erschließung, Förderung und Verarbeitung begehrter Rohstoffe wie Seltene Erden, Kupfer, Gold, Silber oder Antimon und zur Erzeugung von grünem Wasserstoff für die Energiewende. Vor allem aber betonten sie den Wert verlässlicher Rahmenbedingungen und Rechtssicherheit für internationale Investoren und strichen jüngste Erfolge in ihren jeweiligen Ländern heraus.

Lange Jahre hatten die fünf Länder eher miteinander rivalisiert als kooperiert. Dies hat sich insbesondere auf Initiative der wirtschaftlich stärksten Länder Kasachstan und Usbekistan inzwischen grundsätzlich geändert. Die fünf Regierungen stimmen sich vor allem in der Wirtschaftspolitik zunehmend ab, verbessern ihre grenzüberschreitende Infrastruktur und steigern damit ihre Attraktivität für internationale Investoren sowie gleichzeitig ihr internationales Gewicht.

Gemeinsam bilden die fünf Länder einen Markt mit 80 Millionen Menschen und erzielten 2025 im Schnitt ein Wachstum von sechs Prozent. Die Bevölkerung ist jung und wächst weiter. Dies bedeutet wiederum einen steigenden Bedarf an Maschinen, Anlagen und Konsumgütern, was Unternehmen einen attraktiven Markt eröffnet. Besonders gut sind in der Region die Voraussetzungen für die Rohstoffförderung und die Erzeugung grüner Energie durch Wasserkraft, Wind- und Solarenergie. Die Agrarwirtschaft insbesondere in Kasachstan erzielt große Exportüberschüsse, die zur Sicherung der Welternährung gebraucht werden. Durch den Klimawandel mit größeren Dürren wird aber dringend Technik zur Verbesserung der Ernten benötigt. Und spätestens mit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und den für den Transit durch Russland geltenden Sanktionen ist die Bedeutung der zentralasiatischen Transportrouten stark gestiegen, was große Projekte zum Ausbau der Verkehrswege und Häfen am Kaspischen Meer nach sich zieht.

„Mehr Tempo nötig“
Die EU will dem größeren Gewicht der Region im Rahmen ihrer Initiative Global Gateway Rechnung tragen und hat inzwischen Zusagen von über zehn Milliarden Euro für Verkehrs- und Konnektivitätsprojekte gemacht. Dies könnte die Grundlage für einen weiteren Wirtschaftsboom schaffen. „Wir brauchen aber jetzt mehr Tempo bei der logistischen Anbindung der Region“, betonte Warbanoff. „Deutsche Akteure können hier mit ihrer technischen Expertise, ihrem Projektmanagement und ihrer regulatorischen Erfahrung punkten.“ Mit immerhin 35.000 Arbeitsplätzen, die in Zentralasien geschaffen wurden, sind deutsche Unternehmen bereits erkennbar präsent.

Um diese Beziehungen noch zu erleichtern, setzt sich der Ost-Ausschuss für erleichterte Visaverfahren für Geschäftsleuten aus der Region und die Ausstellung mehrjähriger Businessvisa ein. Warbanoff begrüßte zudem ausdrücklich die durch die Bundesregierung ausgehandelten Migrationsabkommen und Fachkräfteinitiativen mit der Region. „Wir hoffen, dass diese in absehbarer Zeit mit konkreten Projekten unterlegt werden.“

Am Ende dankte Außenminister Wadephul als Gastgeber allen Beteiligten und räumte gleichzeitig ein, dass ein Austausch von 90 Minuten nicht ausreiche, um intensiver ins Gespräch zu kommen. Er habe allerdings vor, in nächster Zeit in die Region zu reisen und werde dabei die Wirtschaft gerne berücksichtigen.

Andreas Metz
Leiter Public Affairs
im Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft

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Kasachstan und Deutschland verstärken ihren außenpolitischen Dialog

Berlin, 2. Dezember 2025 – Am Dienstag fanden die politischen Konsultationen zwischen den Außenministerien der Republik Kasachstan und der Bundesrepublik Deutschland statt, bei denen die wichtigsten Themen der bilateralen Zusammenarbeit behandelt und aktuelle Fragen der internationalen Politik erörtert wurden. Die kasachische Delegation wurde vom stellvertretenden Außenminister der Republik Kasachstan, Arman Issetov, geleitet. Die deutsche Seite führte der Beauftragte des Auswärtigen Amtes für Osteuropa, Kaukasus und Zentralasien, Dr. Niklas Wagner an.

Im Rahmen der Konsultationen wurde ein breites Spektrum politischer, wirtschaftlicher und kulturell-humanitärer Zusammenarbeit behandelt. Es wurden die Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit im Jahr 2025 zusammengefasst, laufende Projekte und Perspektiven für den Ausbau der bilateralen Zusammenarbeit erörtert.

Besonderes Augenmerk wurde auf die regionale Zusammenarbeit in Zentralasien gelegt. Die Seiten stellten eine nachhaltige Dynamik bei der Entwicklung interregionaler Initiativen fest und tauschten sich über Möglichkeiten zur Vertiefung der praktischen Zusammenarbeit aus.

Im Rahmen der Strategischen Regionalpartnerschaft zwischen Zentralasien und Deutschland (Z5+1) wurden Fragen der Umweltagenda, des Umweltschutzes, der Anpassung an den Klimawandel und der Wasserwirtschaft erörtert. Beide Seiten betonten die Bedeutung gemeinsamer Anstrengungen zur Unterstützung einer nachhaltigen Entwicklung der Region, unter anderem durch die Umsetzung gemeinsamer Projekte im Bereich Ökologie und Wasserdiplomatie.

In diesem Zusammenhang fand auch ein Treffen zwischen dem stellvertretenden Außenminister der Republik Kasachstan Arman Issetov und dem politischen Direktor des Auswärtigen Amtes Dominik Mutter, statt, um die weitere Zusammenarbeit im Rahmen des Z5+1-Formats zu erörtern.

Darüber hinaus wurden bei den Konsultationen die Perspektiven für eine Vertiefung der Zusammenarbeit mit der Europäischen Union besprochen, darunter Fragen des Handels und der Wirtschaft, der Infrastruktur- und Verkehrsintegration, der digitalen Technologien und der Energiepartnerschaft.

Zu aktuellen internationalen Aspekten tauschten die Teilnehmer der Konsultationen ihre Einschätzungen zur aktuellen geopolitischen Lage in der Welt aus und bekräftigten ihr Bekenntnis zur Aufrechterhaltung eines konstruktiven Dialogs, des Völkerrechts und der Grundsätze der Multilateralität.

Im Anschluss an das Treffen unterstrichen beide Seiten ihre Absicht, die regelmäßigen Konsultationen fortzusetzen und die praktische Zusammenarbeit in allen Bereichen der bilateralen und regionalen Agenda auszubauen.

Pressemitteilung der Botschaft der Republik Kasachstan in Deutschland

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Kasachstan und Deutschland: neue Schritte in der Partnerschaft

Berlin, 2. Dezember 2025Der stellvertretende Außenminister Kasachstans, Arman Issetov, hat im Rahmen seines Arbeitsbesuchs in Deutschland eine Reihe von Treffen abgehalten, die der Stärkung der politischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Kasachstan und Deutschland dienten.

Im Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten und Vorsitzenden der Deutsch-Zentralasiatischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages Christian Görke wurden Fragen der Stärkung der interparlamentarischen Zusammenarbeit zwischen Kasachstan und Deutschland erörtert und die Bedeutung der Entwicklung der Kommunikation sowohl auf der Ebene der Kontakte zwischen Abgeordneten als auch durch die Zusammenarbeit der zuständigen parlamentarischen Ausschüsse hervorgehoben.

Arman Issetov betonte, dass die Ausweitung des interparlamentarischen Dialogs zu einem tieferen gegenseitigen Verständnis beitragen und die Entwicklung zusätzlicher Mechanismen für die praktische Zusammenarbeit ermöglichen werde. In diesem Zusammenhang erklärte er sich bereit, Herrn Görke und die Mitglieder der Parlamentariergruppe zu einem für die deutsche Seite günstigen Zeitpunkt in Kasachstan zu empfangen.

Der Bundestagsabgeordnete hob seinerseits den konstruktiven Charakter der Beziehungen zwischen den beiden Ländern hervor, bewertete die stetige Entwicklung der zwischenstaatlichen Beziehungen positiv und bekundete sein Interesse an einer Vertiefung des interparlamentarischen Dialogs sowie der praktischen Zusammenarbeit in Bereichen von gegenseitigem Interesse.

Beim Treffen mit dem Co-Vorsitzenden des Deutsch-Kasachischen Wirtschaftsrats, dem Geschäftsführer des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, Michael Harms wurden Fragen der Ausweitung der handelspolitischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit, der Zusammenarbeit der Wirtschaftskreise und des Potenzials neuer Projekte in vorrangigen Wirtschaftssektoren erörtert sowie die Aussichten für die Gewinnung deutscher Investitionen in Schlüsselbranchen der kasachischen Wirtschaft geprüft.

Arman Issetov betonte, dass Kasachstan konsequent die Voraussetzungen für den Aufbau einer langfristigen Partnerschaft mit der deutschen Wirtschaft schaffe, darunter die Verbesserung des Investitionsklimas, die Unterstützung von Industrieinitiativen und die Entwicklung von Infrastrukturprojekten. Er wies darauf hin, dass das Land an einer Ausweitung der Präsenz deutscher Unternehmen in Kasachstan interessiert sei.

Michael Harms bekräftigte seinerseits die Bereitschaft des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, die Vertiefung der Zusammenarbeit zu fördern, und verwies auf das große Interesse deutscher Unternehmen an einer Tätigkeit auf dem kasachischen Markt. Er betonte, dass Kasachstan ein wichtiger Wirtschaftspartner Deutschlands in Zentralasien bleibe und erhebliche Möglichkeiten für die Umsetzung von Projekten zum gegenseitigen Nutzen biete.

Pressemitteilung der Botschaft der Republik Kasachstan in Deutschland

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Neue Investitionen und Kooperationen

Ost-Ausschuss-Delegation in der kasachischen Hauptstadt Astana / Finanzierung, duale Berufsausbildung und Wassermanagement im Fokus


Vom 19. bis 22. Mai 2025 reisten rund 40 deutsche Unternehmerinnen und Unternehmer mit dem Ost-Ausschuss in die kasachische Hauptstadt Astana. Neben zahlreichen bilateralen Gesprächen nahm die Delegation an zwei zentralen wirtschaftspolitischen Foren teil. Deutschland ist Kasachstans wichtigster Handelspartner in der EU. Deutsche Firmen wie Linde, Heidelberg Materials, Claas, Horsch, Wika und Zollmann engagieren sich erfolgreich in Projekten wie Solaranlagen, Zementwerken und Maschinenbauanlagen.

16. Sitzung des Deutsch-Kasachischen Wirtschaftsrates

Ein Höhepunkt der Reise war die 16. Sitzung des Deutsch-Kasachischen Wirtschaftsrates. Hier kam die Delegation mit relevanten Ministerien, dem kasachischen Staatsfonds „Baiterek“ sowie führenden kasachischen Unternehmen zusammen. Roman Sklyar, Erster Vizepremier Kasachstans, betonte in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung des Wirtschaftsrats als Plattform für praxisnahe Lösungen. „Solche Treffen ermöglichen es, Positionen abzugleichen, drängende Fragen zu benennen und gemeinsame Pläne zu entwickeln. Es ist erfreulich, dass die Teilnehmerzahl wächst und die Agenda zunehmend anwendungsorientiert ist“, sagte Sklyar.

    Rustam Karagoyshin, Vorstandsvorsitzender von „Baiterek“, hob Deutschlands Rolle als strategischer Partner hervor. 2024 belegte Kasachstan Platz 43 unter den wichtigsten Handelspartnern Deutschlands – mit einem Anteil von 83 Prozent am gesamten deutschen Handel mit Zentralasien. Michael Harms, Geschäftsführer des Ost-Ausschusses, unterstrich anschließend die Ergebnisse des Treffens: „Sechs neue deutsch-kasachische Projekte in der verarbeitenden Industrie wurden heute vorgestellt – ein starkes Zeichen für den Erfolg dieser Plattform.“ Bei den Vorhaben geht es unter anderem um die energieeffizente Modernisierung von Wohngebäuden, die Verwertung von Altglas, Kunststoffabfällen und Lithium-Ionen-Batterien, die Herstellung von Waschrobotern sowie den Aufbau eines Montagewerkes für Getriebemotoren.

    43. Sitzung des Berliner Eurasischen Klubs

    Ein weiteres zentrales Forum war die Sitzung des Berliner Eurasischen Klubs (BEK), organisiert von der kasachischen Botschaft und dem Ost-Ausschuss. Der BEK fördert seit 2012 den Dialog zwischen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft aus Deutschland, Kasachstan und der EU. Die Sitzungen finden dreimal jährlich in Astana (Mai), Brüssel (Oktober) und Berlin (Dezember) statt. Im Fokus der 43. Sitzung standen die Zusammenarbeit im Bereich duale Berufsausbildung sowie innovative Lösungen im Wassersektor.

      In der ersten Podiumsdiskussion ging es um das „Jahr der Berufsbildung“ in Kasachstan. Der kasachische Vizebildungsminister Edil Ospan berichtete, dass das duale Ausbildungssystem bereits in 552 Colleges mit über 18.000 Unternehmen und mehr als 108.000 Auszubildenden verankert sei. Alexander Hochradel vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend betonte die Bereitschaft Deutschlands, das System gemeinsam weiterzuentwickeln und die Kooperation zwischen Betrieben und Bildungseinrichtungen zu stärken.

      Die zweite Diskussionsrunde widmete sich dem effizienten Umgang mit Wasser – ein zentrales Thema angesichts der Auswirkungen des Klimawandels. Deutsche Unternehmen bringen hier modernste Technologien und langjährige Erfahrung ein. Besonders eng ist die Zusammenarbeit mit dem Verband German Water Partnership, in dem über 300 deutsche Unternehmen aus der Wasserwirtschaft organisiert sind.

      Vladimir Nikitenko, Regionaldirektor für Zentralasien im Ost-Ausschuss

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      Rede des Kanzlers beim deutsch-kasachischen Wirtschaftsforum

      Anlässlich des deutsch-kasachischen Wirtschaftsforums am 16. September 2024 in Astana hielt Bundeskanzler Olaf Scholz eine Rede zu den deutsch-kasachischen Wirtschaftsbeziehungen. Die Mitschrift der Rede, die unter Rede des Kanzlers beim deutsch-kasachischen Wirtschaftsforum (bundesregierung.de) veröffentlicht wurde, möchten wir an dieser Stelle dokumentieren. Es gilt das gesprochene Wort.

      Lesen Sie hier die Mitschrift der Rede:

      Sehr geehrter Herr Präsident Tokajew,
      meine Damen und Herren,

      es ist mir eine große Freude, heute zum ersten Mal als Bundeskanzler hier in Kasachstan zu sein. Unsere Länder verbinden über 30 Jahre diplomatische Beziehungen und eine noch sehr viel längere, wechselvolle Geschichte.

      Unsere Länder verbinden aber vor allem auch unzählige persönliche Bindungen, Familien- und Lebensgeschichten. Die 200 000 Bürgerinnen und Bürger deutscher Herkunft in Kasachstan und die mehr als 800 000 Bürgerinnen und Bürger in Deutschland, die aus Kasachstan nach Deutschland eingewandert sind, sie bilden eine feste Brücke zwischen unseren Ländern, die wir sehr schätzen, die wir pflegen und die uns auch in Zukunft verbinden wird. Dafür arbeiten wir eng zusammen in der Kultur- und Bildungspolitik, mit der Deutsch-Kasachischen Universität in Almaty, mit deutschen Partnerschulen und mit vielfältigen Austauschprogrammen.

      Natürlich ist diese enge menschliche Verbindung auch ein wichtiger zusätzlicher Motor für unsere gute wirtschaftliche Zusammenarbeit, um deren entschiedenen Ausbau es hier und heute gehen soll. Jetzt ist dafür die richtige Zeit – und zwar nicht trotz, sondern wegen der unruhigen internationalen Lage, wegen der Störungen im internationalen Handel und auch wegen der vielen globalen Herausforderungen, allen voran durch den Klimawandel. In dieser Zeit der Unsicherheit brauchen wir enge, vertrauensvolle internationale Partnerschaften über Grenzen, über kulturelle Unterschiede und auch über teilweise unterschiedliche Weltsichten hinweg. Das unterstreicht die Bedeutung unserer Beziehungen und deren Konstanz gegenüber der gesamten Region Zentralasien.

      Kasachstan nimmt darin für uns eine ganz zentrale Rolle ein. Mit dem höchsten Bruttoinlandsprodukt, sowohl absolut als auch pro Kopf, ist Kasachstan der größte Handelspartner Deutschlands in der Region. Dieses gestiegene Interesse unserer Unternehmen aneinander freut mich. Gleichzeitig bin ich dankbar für den vertrauensvollen Dialog zwischen uns, mit dem wir verhindern wollen, dass der Handel zwischen uns zur Umgehung von Sanktionen missbraucht wird.

      Kasachstan zieht deutsche Investoren an und bietet dafür ein günstiges Umfeld. Das wissen wir und das wissen auch deutsche Unternehmen sehr zu schätzen. Ich weiß, dass deutsche Unternehmen und ihre Produkte auch hier in Kasachstan einen guten Ruf haben Das liegt sicherlich auch daran, dass sie keinen Extraktivismus, keinen Raubbau betreiben, sondern verantwortlich handeln ‑ indem sie gute Arbeitsplätze hier vor Ort schaffen, indem sie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und deren Ausbildung schätzen und darin investieren, indem sie hohe soziale und Umweltstandards setzen und indem sie mehr Wertschöpfung auch hier vor Ort schaffen. Beide Seiten profitieren von diesem Austausch, weil wir unsere Wirtschaften so diversifizieren und widerstandsfähiger machen.

      Ein ganz konkretes Beispiel hierfür sind die Öllieferungen aus Kasachstan, die uns sehr geholfen haben, nachdem Russland als Versorger ausgefallen war. Sie waren und sind von entscheidender Bedeutung, insbesondere für die Raffinerie in Schwedt, wo wir zahlreiche Arbeitsplätze erhalten konnten. Für diese wichtige Zusammenarbeit, die fortgesetzt wird, sind wir Kasachstan sehr dankbar.

      Wie umfassend die deutsch-kasachische Zusammenarbeit ist, zeigt sich an der schieren Fülle der Themen.

      Erstes Stichwort: Klimawandel. Dieser wirkt sich ganz besonders stark auf die Länder Zentralasiens aus. Deswegen arbeiten wir in der von Deutschland ins Leben gerufenen Initiative „Green Central Asia“ zusammen, um Klimarisiken zu begegnen und die Widerstandsfähigkeit der kasachischen Wirtschaft zu erhöhen.

      Der Umbau unserer Wirtschaft in Richtung Klimaneutralität bringt Chancen, gerade auch für die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern. Bereits heute arbeiten wir in Sachen Energiesicherheit, nachhaltigen Wirtschaftens und der Entwicklung der nötigen Infrastruktur eng zusammen.

      Hinzu kommt das Thema Wasserstoff. Das Projekt „Hyrasia One“ ist ein beeindruckendes Beispiel für die Möglichkeiten, die sich uns bieten. Es ist eines der größten Projekte für grünen Wasserstoff in der Region, mit dem Zeug dazu, ein echtes Leuchtturmprojekt für unsere Zusammenarbeit zu werden. Dass sich das deutsche Büro für Wasserstoffdiplomatie in Zentralasien für Kasachstan als Standort entschieden hat, war kein Zufall, sondern unterstreicht die wichtige Rolle, die Kasachstan hier spielt. Das Wasserstoffbüro arbeitet übrigens gerade an einer Studie zum weiteren Potenzial für die Erzeugung von grünem Wasserstoff in ganz Zentralasien. Das schafft die Basis für weitere konkrete Projekte, und ich lade sowohl staatliche Verantwortliche als auch Unternehmen in Zentralasien und Deutschland herzlich ein, sich daran zu beteiligen.

      Zweites Stichwort: Transformation. Wir schauen auf Kasachstan als wichtigen Partner, wenn es um kritische Rohstoffe geht. Gemeinsam streben wir daher an, diese auch für eine erfolgreiche Energiewende notwendigen Rohstoffe unter Einbeziehung deutscher Technologien und deutschen Know-hows zu gewinnen und stärker in den Fokus unseres wirtschaftlichen Austauschs zu stellen – und zwar so, dass mehr Wertschöpfung hier vor Ort generiert wird.

      Drittes Stichwort: Konnektivität. Wir wollen zwischen unseren Regionen enger zusammenrücken, und das heißt, die Transportwege schneller ausbauen. Im Vordergrund steht vor allem der Ausbau des mittleren Korridors. Die Europäische Global Gateway Initiative wird wichtige Infrastrukturprojekte auch in Kasachstan, einem Fokusland der Initiative, anschieben.

      Von politischer Seite aus werden wir all das weiter flankieren. Erst im vergangenen Jahr war der deutsche Bundespräsident hier. Durch meine heutige Reise möchte ich unser Interesse an noch engeren Beziehungen unterstreichen. Die deutsche Wirtschaft teilt das Interesse; das zeigt die hochrangige, breit aufgestellte Wirtschaftsdelegation, die mich begleitet. Schön, dass Sie alle dabei sind!

      Ich setze vor allem auf zwei Formate, um unsere Wirtschaftsbeziehungen weiter zu vertiefen: den Deutsch-Kasachischen Wirtschaftsrat und den Berliner Eurasischen Club. Beide Plattformen bieten Unternehmen die Möglichkeit, sich zu vernetzen, sich auszutauschen und gemeinsam Projekte voranzutreiben. Ich danke allen sehr, die sich dort einbringen, und ich ermutige diejenigen, die das noch nicht tun, sich das einmal anzuschauen.

      Jetzt freue ich mich sehr auf den Austausch mit Ihnen allen. Es interessiert mich, wie Sie die Zusammenarbeit zwischen unseren Ländern erleben und welche Ideen Sie haben.

      Schönen Dank insbesondere an die kasachische und die deutsche Wirtschaft für die Organisation dieses Forums!

      Quelle: Rede des Kanzlers beim deutsch-kasachischen Wirtschaftsforum (bundesregierung.de)

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      Ost-Ausschuss Delegation trifft 1. Vizepremierminster Roman Sklyar

      Eduard Kinsbruner

      Am 16. September fand im Rahmen des Besuches von Bundeskanzler Olaf Scholz in Kasachstan ein Treffen der deutschen Wirtschaftsvertreter mit dem1. Vizepremierminster Roman Sklyar statt. Im Mittelpunkt des traditionellen Austausches standen die konkreten Projekte der mitgereisten Wirtschaftsdelegation, unter anderem in den Bereichen Landwirtschaft, Rohstoffe, Erneuerbare Energien, Logistik und Bildung. Die 13-Köpfige Wirtschaftsdelegation, der auch die beiden stellvertretenden Ost-Ausschuss Vorsitzenden Christian Bruch (Siemens Energy) und Philipp Haußmann (Ernst Klett AG) angehören, wurde vom Parlamentarischen Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) Michael Kellner geleitet.

      Runder Tisch mit Roman Sklyar in Astana. Foto: Ruslan Mazunin

      Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Michael Harms moderierte die Tischrunde der Lebhaften Diskussion.

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      Bundeskanzler Olaf Scholz reist nach Zentralasien

      Eduard Kinsbruner

      Erster Wirtschaftsgipfel mit Scholz und allen zentralasiatischen Staatschefs 

      Eine Delegation unter Beteiligung des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft ist am 15. September 2024 zusammen mit Bundeskanzler Olaf Scholz nach Usbekistan und Kasachstan aufgebrochen. Am 16. September standen in der usbekischen Metropole Samarkand Wirtschaftsgespräche unter Beteiligung des Bundeskanzlers und des usbekischen Staatspräsidenten Shavkat Mirziyoyev an. Der Ost-Ausschuss unterzeichnete dabei ein bilaterales Kooperationsabkommen mit dem usbekischen Investitionsministerium.

      Anschließend fand am gleichen Tag in Astana ein in großes Deutsch-Kasachisches Businessforum statt, an dem auch Bundeskanzler Scholz und der kasachische Staatspräsident Kasym-Jomart Tokajew teilnahmen. In der kasachischen Hauptstadt Astana kam es am 17. September als Höhepunkt der Reise erstmals zu einem Gespräch deutscher Wirtschaftsvertreter mit dem Bundeskanzler und den Präsidenten aller fünf zentralasiatischen Staaten (Z5+1). Im Rahmen der Delegationsreise stehen außerdem bilaterale Treffen mit den Staatspräsidenten von Kirgisistan, Tadschikistan und Turkmenistan auf dem Programm. Die zwölfköpfige Wirtschaftsdelegation, der auch die beiden stellvertretenden Ost-Ausschuss Vorsitzenden Christian Bruch (Siemens Energy) und Philipp Haußmann (Ernst Klett AG) angehören, wird vom Parlamentarischen Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) Michael Kellner geleitet.

      „Mit seinem Besuch in Usbekistan und Kasachstan unterstreicht Bundeskanzler Scholz die wachsende Bedeutung Zentralasiens in einem veränderten geopolitischen Umfeld“, sagt der stellvertretenden Ost-Ausschuss Vorsitzende Christian Bruch. Die Begleitung durch eine hochrangige Wirtschaftsdelegation zeige zugleich, dass diese Region nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich zunehmend wichtiger für Deutschland werde. „Die Staaten in Zentralasien spielen eine entscheidende Rolle für die Energiewende“, sagt Christian Bruch. „Die Region verfügt nicht nur über wertvolle Rohstoffe, die für die Transformation unserer Energiesysteme unverzichtbar sind, sondern sie bietet auch ideale Bedingungen für die Erzeugung erneuerbarer Energie und bildet junge, motivierte Fachkräfte aus, die wir in Deutschland dringend benötigen. Deutsche Unternehmen können entscheidend dazu beitragen, dieses immense Potenzial in konkrete Projekte umzusetzen. Der Besuch des Bundeskanzlers und die engere Partnerschaft mit den zentralasiatischen Staaten sind daher ein wichtiger Schritt für die deutsche Wirtschaft.“

      Kasachstan fünftgrößter Öllieferant

      Kasachstan ist bereits heute der fünftgrößte Erdöllieferant Deutschlands und der EU. Perspektivisch kann das Land aber auch eine wichtige Rolle bei der Versorgung der europäischen Industrie mit Grünem Wasserstoff spielen. Entsprechende Projekte deutscher Unternehmen sind bereits in der Umsetzung. Umgekehrt können deutsche Technologien dazu beitragen, die Energieintensität in Zentralasien durch Investitionen in moderne Kraftwerke, energieeffiziente Industrieanlagen und Gebäude zu senken.

      Auch als Agrarproduzent und alternativer Transportweg nach Asien spielt Zentralasien eine wichtige Rolle. Gerade vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ist die globale Versorgung mit Agrarprodukten verstärkt in den Blickpunkt gerückt. „Ernährungssicherheit geht uns alle an, und sie ist ein Kernanliegen deutscher Agrarunternehmen“, sagt Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Michael Harms, der ebenfalls Mitglied der Delegation ist. „Die nachhaltige Modernisierung der Landwirtschaft und die Steigerung der Ernteerträge ist für die Volkswirtschaften Zentralasiens und die Welternährung insgesamt von größter Bedeutung.“

      Bundeskanzler Olaf Scholz und Staatspräsident Kasym-Jomart Tokajew beim Business-Forum in Astana. Foto: Eduard Kinsbruner

      In Astana stand ein großes Deutsch-Kasachisches Businessforum auf der Agenda, an dem auch Bundeskanzler Scholz und Staatspräsident Toqaev

      Logistikdrehscheibe zwischen Europa und Asien

      Zentralasien ist das geographische Bindeglied zwischen der Europäischen Union (EU) und den Wachstumsmärkten in Südostasien. Der so genannte Mittlere Korridor über das Kaspische Meer und den Südkaukasus ist eine zunehmend attraktive Route, die allerdings bereits jetzt an Kapazitätsgrenzen stößt. „Die Global-Gateway-Strategie der EU kann hier einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die europäischen Transportwege zu den asiatischen Wachstumsmärkten zu diversifizieren“, sagt Michael Harms. „Generell sind die Staaten Zentralasiens mit zusammen 80 Millionen Einwohnern verlässliche Partner und interessante Zukunftsmärkte für die EU und Deutschland. Es ist daher zu begrüßen, dass die Bundesregierung die Beziehungen mit dem Z5+1-Format auf eine neue Stufe gestellt hat.“ Die Reise knüpft an den ersten Zentralasien-Gipfel in diesem Format im September 2023 in Berlin an, in dessen Rahmen der Ost-Ausschuss bereits ein Unternehmergespräch mit allen fünf zentralasiatischen Staatsoberhäuptern organisiert hatte.

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      24. Gipfeltreffen des Rates der Staatschefs der Shanghai-Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) in Astana

      Eduard Kinsbruner

      Kasachstan nutzt Vorsitz auf dem 24. Gipfel der Shanghai-Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) in Astana zur Stärkung des multilateralen Dialogs

      In seiner Rede auf dem Gipfeltreffen hob der kasachische Präsident Kassym-Schomart Tokajew hervor, dass sich die SOZ zu einem effektiven Mechanismus der zwischenstaatlichen Beziehungen entwickelt habe, der auf den Grundsätzen des „Geistes von Shanghai“ – Freundschaft, gute Nachbarschaft, Gleichheit und gegenseitige Unterstützung – beruhe. Die Organisation umfasse die größten und am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt, die ein Drittel des globalen BIP ausmachen würden. „Dies belegt eindrucksvoll das beträchtliche Potenzial und die globale Relevanz unserer Organisation“, stellte er fest.

      Während des kasachischen Vorsitzes fanden rund 150 Veranstaltungen auf verschiedenen Ebenen statt, darunter Foren zu den Themen Digitales, Tourismus, Energie und Wirtschaft sowie der SOZ-Jugendrat.

      Präsident Tokajew skizzierte die Schlüsselbereiche von strategischer Bedeutung für alle Länder der SOZ. Dazu zählen die Stärkung des gegenseitigen Vertrauens und der Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich, die Ausweitung der Handels- und Wirtschaftsbeziehungen, die Verbesserung der Transportverbindungen durch die Schaffung effizienter Korridore und zuverlässiger Lieferketten sowie die Notwendigkeit einer Reform und Modernisierung der SOZ.

      Gipfeltreffen im Rahmen des 24. Meetings der SOZ
      Foto: Pressedienst des Präsidenten von Kasachstan

      An der Eröffnungssitzung des SOZ+-Formats nahm ebenfalls der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, teil. In seiner Rede hob er die Rolle Kasachstans in den Vereinten Nationen hervor. „Ich denke, wir sollten anerkennen, dass Kasachstan, wenn es sich für den Frieden einsetzt, wenn es Konfliktparteien zusammenbringt, um ihre Probleme zu lösen, wenn Kasachstan dieser ehrliche Makler in internationalen Angelegenheiten ist, zu einem sehr wichtigen Instrument für die Ziele der Vereinten Nationen wird“, sagte er.

      Tokajew hob zudem die Bedeutung der Einführung neuer wassersparender Technologien zur Bekämpfung des Klimawandels sowie die Erreichung der UN-Umweltziele hervor.

      Am SOZ-Gipfel nahmen mehrere Staats- und Regierungschefs teil, darunter von Aserbaidschan, China, Belarus, Russland, der fünf zentralasiatischen Republiken, Türkei, Mongolei und Katar. Indien wurde auf Ebene des Außenministers vertreten.

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      Staatsbesuch

      Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besucht den Hafen Kuryk

      Eduard Kinsbruner

      Der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der zu einem Staatsbesuch in Kasachstan eingetroffen ist, hat am Mittwoch das Gebiet Mangystau besucht. Er besichtigte den Hafen von Kuryk und machte sich mit den kasachischen Transport- und Logistikprojekten im Rahmen des „Mittleren Korridors“ vertraut. Die deutsche Delegation machte einen Rundgang durch das Hafengebiet und informierte sich über die Arbeiten zum Ausbau der Infrastruktur und zur Erhöhung der Umschlagkapazität.

      Der kasachische Premier-Minister Alikhan Smailow, der die deutschen Gäste über die Projekte informierte, unterstrich, Aktau und Kuryk am Kaspischen Meer sowie der Trockenhafen Khorgos an der chinesischen Grenze hätten die globale Integration Kasachstans gefördert und seinen Status als wichtiges eurasisches Transitland gefestigt. Mehr als 80 % der Waren aus China und Zentralasien nach Europa werden über Kasachstan transportiert.

      Dank gemeinsamer Anstrengungen hat sich die Transitzeit für Lieferungen von China nach Europa fast halbiert: von 53 Tagen auf 19-23 Tage. Das nächste Ziel ist die Transitzeit zwischen 14-18 Tage bis zum Ende dieses Jahres zu schaffen.

      „Dabei wurde die Transitzeit durch Kasachstan von 12 auf 6 Tage halbiert, und wir wollen sie bis Ende des Jahres auf 5 Tage reduzieren“, sagte Smailow.

      Die Transkaspische Internationale Transportroute, die auch als „Mittlerer Korridor“ bekannt ist, ist die kürzeste Route für Lieferungen aus Zentral- und Ostasien nach Europa – spielt eine immer wichtigere Rolle auf der kontinentalen Handelskarte.

      Allein seit Anfang 2022 hat sich der Frachtverkehr durch den kaspischen Korridor nach Deutschland und in die EU-Länder fast verdreifacht.

      Eines seiner wichtigsten Ziele ist die multimodale Route von China und Zentralasien nach Europa zum deutschen Eisenbahnhafen Sassnitz/Mukran. Auch die Häfen Duisburg und Hamburg haben sich zu Drehscheiben entlang der Neuen Seidenstraße entwickelt.

      Im Hafen von Aktau ist bis 2025 ein Container-Hub geplant, der das Verkehrsaufkommen von 40.000 auf 215.000 TEU pro Jahr steigern soll.

      Darüber hinaus ist der Bau eines Transport- und Logistikzentrums und eines Terminals für Getreide, Flüssiggüter und andere Massengüter geplant. Dadurch wird sich die Umschlagskapazität der kasachischen Häfen auf 30 Millionen Tonnen erhöhen (+10 Millionen Tonnen).

      Der Hafen Kuryk liegt an der Ostküste des Kaspischen Meeres, südlich des Handelshafens Aktau. Die Produktionskapazität beträgt 6 Millionen Tonnen pro Jahr. Über den Fährkomplex Kuryk werden kasachisches Getreide, Kohle, Erdölprodukte, Düngemittel, Chemikalien sowie Transitladungen exportiert.

      Eine Reihe großer deutscher Transport- und Logistikunternehmen ist an der Beförderung von Gütern über den Mittleren Korridor interessiert und haben Möglichkeiten für eine deutsche Beteiligung an Projekten zum Ausbau und zur Entwicklung der Infrastruktur kasachischer Häfen erörtert.

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