Kasachisch-deutsche Regierungsarbeitsgruppe für Wirtschaft und Handel
Die 15. Sitzung der kasachisch-deutschen Regierungsarbeitsgruppe für Wirtschaft und Handel fand in der Hauptstadt Kasachstans statt
Astana, 24. September 2025 – In Astana fand die 15. Sitzung der kasachisch-deutschen Regierungsarbeitsgruppe für Wirtschaft und Handel statt. Das Treffen bestätigte das hohe Maß an Vertrauen zwischen den beiden Ländern und ihr Engagement für die Erzielung praktischer Ergebnisse.
Zur deutschen Delegation in Kasachstan gehörten rund 40 Vertreter staatlicher Stellen, Industrieverbände sowie die Leitung der Deutschen Industrie- und Handelskammer, des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft und einer Reihe großer Unternehmen. Die Sitzung wurde von beiden Co-Vorsitzenden – Yersaiyn Nagaspayev Minister für Industrie und Bauwesen Kasachstans und Ralf Böhme Leiter der Abteilung für Außenwirtschaftspolitik im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geleitet. Die Seiten präsentierten einen umfassenden Überblick über die aktuelle Agenda und künftige Projekte.
Die Arbeitsgruppe dient als zentrale Plattform für inhaltliche Diskussionen, die von der Stärkung strategischer Partnerschaften und der Ausweitung des Handels bis hin zur Zusammenarbeit in der Produktion, der Stärkung der Lieferketten und dem Technologieaustausch reichen. Die Teilnehmer identifizierten Bereiche, die schnelle Multiplikatoreffekte für beide Volkswirtschaften erzielen könnten.
Im Rahmen der Sitzung wurden folgende Dokumente unterzeichnet:
Memorandum über die Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Bahn und der „QazIndustry“ AG
Gemeinsame Absichtserklärung zum Handelsförderungsprogramm „Partnering in Business with Germany“ für kleine und mittlere Unternehmen und zum Instrument „Wirtschaftsbeziehungen“ zwischen dem Ministerium für nationale Wirtschaft der Republik Kasachstan und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie der Bundesrepublik Deutschland
Vereinbarung über die Zusammenarbeit bei der Finanzierung durch die Exportkreditagentur (ECA) zwischen der Entwicklungsbank von Kasachstan und der AKA Bank. Die Seiten haben ihr gegenseitiges Interesse an der Ausweitung der Handels-, Wirtschafts-, Kultur- und humanitären Beziehungen, der Gründung neuer gemeinsamer Produktionsbetriebe, der Stärkung der Energie-, Lebensmittel- und Rohstoffsicherheit sowie am Technologietransfer und der Digitalisierung als Grundlage für die Modernisierung der Branchen bekräftigt.
Der nächste Schritt wird die Ausarbeitung der Projektfahrpläne und Umsetzungsmechanismen sein.
Pressemitteilung der Botschaft der Republik Kasachstan in Deutschland
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AustauschTourismus
Kasachstan und Deutschland stärken die Zusammenarbeit im Tourismussektor
Berlin, 18. September 2025 – In Berlin fand ein Runder Tisch zum Thema „Möglichkeiten für die touristische Zusammenarbeit zwischen Kasachstan und Deutschland“ statt.
An der Veranstaltung nahmen der Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV) Norbert Fiebig, Vertreter des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft, des Bundesverbands unabhängiger Reiseunternehmen, führender deutscher Reiseveranstalter, der Fluggesellschaften Air Astana und SCAT Airlines sowie des kasachischen Ministeriums für Tourismus und Sport, regionaler Akimats und der nationalen Gesellschaft „Kazakhtourism“ teil.
Die Teilnehmer erörterten ein breites Spektrum an Fragen der bilateralen Zusammenarbeit im Tourismussektor. Im Mittelpunkt standen die Entwicklung des Incoming-Tourismus aus Deutschland, die Förderung der Tourismusmarke Kasachstans auf dem europäischen Markt sowie die Möglichkeiten zur Umsetzung gemeinsamer Projekte im Bereich Kultur-, Geschäfts- und Ökotourismus. Die Seiten hoben das große Potenzial für eine weitere Ausweitung der für beide Seiten vorteilhaften Zusammenarbeit hervor.
In seiner Begrüßungsrede betonte der Botschafter Kasachstans in Deutschland Nurlan Onzhanov, dass die Vertiefung der Partnerschaft im Tourismussektor eine wichtige Richtung in den kasachisch-deutschen Beziehungen darstellt. Nach seinen Worten trägt Tourismus nicht nur zum wirtschaftlichen Wachstum bei, sondern spielt auch eine bedeutende Rolle, indem er Brücken des Vertrauens, der Freundschaft und des kulturellen Austauschs zwischen den Völkern schafft. „Wir sehen in Deutschland einen strategischen Partner, mit dem Kasachstan bereit ist, neue Horizonte der Zusammenarbeit zu eröffnen und einzigartige Angebote für Touristen zu entwickeln“, so der Botschafter.
DRV-Präsident Norbert Fiebig berichtete über eine Informationsreise einer deutschen Delegation nach Kasachstan, bei der die Gäste Astana, Almaty und Baikonur besuchten. In Astana machte sich die Delegation mit der dynamischen Entwicklung der Hauptstadt und ihrer Infrastruktur vertraut, in Almaty – mit dem reichen kulturellen Erbe und den modernen touristischen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Einen besonderen Eindruck hinterließ bei der deutschen Seite der Besuch des Kosmodroms Baikonur, einschließlich des Museums zur Geschichte des Kosmodroms. Im Rahmen des Besuchs fanden außerdem Treffen mit dem stellvertretenden Premierminister der Republik Kasachstan – E.Kosherbayev, dem Minister für Tourismus und Sport – E.Myrzabossynov, sowie Vertretern der kasachischen Tourismusbranche statt. Dabei wurde eine Vereinbarung über die Durchführung eines speziellen Forums zur Förderung Kasachstans bei deutschen Touristen im Herbst 2026 erzielt.
Fiebig lobte die Organisation des Besuchs und dankte der kasachischen Seite für den offenen Dialog. Er hob hervor, dass Kasachstan über ein enormes Potenzial als Ziel für Kultur- und Aktivtourismus verfügt und dass der Erfolg bereits bestehender Projekte eine solide Grundlage für die weitere Ausweitung der Zusammenarbeit schafft. Der DRV-Präsident bestätigte seine Bereitschaft, auch weiterhin Initiativen zu unterstützen, die auf die Gewinnung deutscher Touristen für Kasachstan abzielen.
Zum Abschluss der Veranstaltung fand ein lebhafter Meinungs- und Informationsaustausch zwischen den Vertretern beider Seiten statt. Die Teilnehmer diskutierten praktische Schritte zur Stärkung der Geschäftsbeziehungen sowie neue Formen der Vermarktung Kasachstans auf dem deutschen Markt.
Die Teilnehmer betonten die Bedeutung solcher Treffen für die Vertiefung des gegenseitigen Verständnisses und die koordinierte Kooperation im Bereich Tourismus. Zudem zeigten sie sich zuversichtlich, dass gemeinsame Initiativen einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der bilateralen Beziehungen zwischen Kasachstan und Deutschland leisten und den Tourismus zu einer weiteren starken Brücke der Freundschaft und Partnerschaft machen werden.
Pressemitteilung der Botschaft der Republik Kasachstan in Deutschland
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Austausch
Brandenburg spielt eine bedeutende Rolle bei der Innovationsförderung im Agrarsektor der Republik Kasachstan
Berlin, 27. August 2025 – In der Botschaft Kasachstans in Deutschland fand das Treffen zwischen dem Botschafter der Republik Kasachstan in der Bundesrepublik Deutschland, Nurlan Onzhanov, und der Ministerin für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg, Hanka Mittelstädt, statt.
Die Parteien erörterten eine Reihe von Fragen der bilateralen Zusammenarbeit in den Bereichen Landwirtschaft, Energie und Bildung und stellten fest, dass ein hohes Potenzial für die Ausweitung der für beide Seiten vorteilhaften Interaktion besteht.
Botschafter Nurlan Onzhanov betonte, dass die Vertiefung der Zusammenarbeit mit dem Bundesland Brandenburg ein wichtiger Bereich in der Entwicklung der kasachisch-deutschen Beziehungen sei, der neue Horizonte in den Bereichen Landwirtschaft, nachhaltige Entwicklung, Digitalisierung sowie Wissenschaft und Bildung eröffne. „Der Austausch zwischen Kasachstan und Deutschland im Bereich der Landwirtschaft hat eine lange und fruchtbare Tradition, die bis ins letzte Jahrhundert zurückreicht. Um diese Tradition fortzusetzen, wird mit Unterstützung des Ministeriums für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz (MLEUV) des Landes Brandenburg dem Landwirtschaftsministerium Kasachstans und dem deutschen Verein „Apollo e.V.“ ein Projekt zur praktischen Ausbildung von Studierenden der Kasachischen Nationalen Agrarforschungsuniversität (Almaty) und der Westkasachischen Agrar- und Technischen Universität namens Zhangir Khan (Uralsk) in führenden landwirtschaftlichen Betrieben der Region“, so der kasachische Diplomat.
Ministerin Hanka Mittelstadt würdigte den Beitrag des Programms zur Entwicklung der Humanressourcen und betonte dessen praktischen Wert. Sie hob die erfolgreiche Zusammenarbeit hervor und bekundete ihre Bereitschaft, Initiativen zum Austausch von Wissen und bewährten Verfahren auch weiterhin zu unterstützen. Der Prozess des gegenseitigen Lernens stärkt nicht nur die freundschaftlichen Beziehungen unserer Länder, sondern auch die gemeinsame Arbeit an der Zukunft der Landwirtschaft in Europa, Kasachstan und weltweit. Im Kontext der wachsenden Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Kasachstan hat dieses Bildungsprojekt auch einen hohen politischen Wert. Kasachische Studierende, die ein Praktikum in landwirtschaftlichen Betrieben in Brandenburg absolvierten, berichteten von ihren erfolgreichen Erfahrungen und bedankten sich bei der kasachischen und deutschen Seite für die Möglichkeit, moderne landwirtschaftliche Technologien und Managementansätze kennenzulernen.
Pressemitteilung der Botschaft der Republik Kasachstan in Deutschland
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Austausch
Kasachstan feiert die Wurzeln seiner Unabhängigkeit
35 Jahre Staatssouveränität: Kasachstan feiert die Wurzeln seiner Unabhängigkeit
Astana/Berlin, 24. Oktober 2025 – Kasachstan begeht am 25. Oktober seinen Nationalfeiertag, den Tag der Republik, und feiert zugleich das 35-jährige Jubiläum der Erklärung über die Staatssouveränität. Dieses historische Dokument, verabschiedet am 25. Oktober 1990, markierte den Beginn der modernen kasachischen Staatlichkeit und legte den Grundstein für die spätere Unabhängigkeit im Jahr 1991.
In einer Zeit tiefgreifender Umbrüche innerhalb der Sowjetunion bekräftigte die damalige Kasachische SSR mit der Erklärung erstmals das Recht des kasachischen Volkes auf politische Selbstbestimmung, auf eine eigene Gesetzgebung sowie auf wirtschaftliche und kulturelle Unabhängigkeit. Sie erklärte das Territorium Kasachstans für unteilbar, setzte nationale Gesetze über unionsrechtliche Bestimmungen und erkannte das Volk als alleinige Quelle staatlicher Macht an. Erstmals wurde auch das Eigentum an natürlichen Ressourcen – Boden, Wasser, Luft, Flora und Fauna – als nationales Gut definiert.
Die Erklärung schuf damit die rechtliche und politische Grundlage für die spätere Unabhängigkeit Kasachstans, die am 16. Dezember 1991 offiziell ausgerufen wurde. Das Land wurde zu einem souveränen Staat mit eigenem Regierungssystem, Wirtschaft, Streitkräften und Staatsbürgerschaft – und etablierte sich rasch als aktives Mitglied der internationalen Gemeinschaft.
Der Tag der Republik wurde 1995 durch ein Dekret des ersten Präsidenten Nursultan Nasarbajew als Nationalfeiertag eingeführt. Nach einer Reform im Jahr 2009 verlor er vorübergehend seinen Status, wurde jedoch 2022 durch Präsident Kassym-Schomart Tokajew wieder als offizieller Feiertag eingesetzt. Tokajew betonte die Bedeutung dieses Datums als Symbol für den Beginn der kasachischen Staatlichkeit und als Ausdruck nationaler Einheit und Patriotismus. „Die Erklärung über die Staatssouveränität ebnete den Weg zu unserer heiligen Unabhängigkeit. Dieses Dokument hat historische Bedeutung und stärkt den Geist des Patriotismus und der nationalen Einheit“, erklärte Präsident Tokajew anlässlich des Feiertags. Heute steht der Republiktag für das Selbstverständnis eines modernen, souveränen und reformorientierten Kasachstans. Drei Jahrzehnte nach der Unabhängigkeit bleibt die Erklärung von 1990 ein Bezugspunkt für die zentralen Werte des Landes: Unabhängigkeit, Rechtsstaatlichkeit, Stabilität und Zusammenhalt.
Die Feierlichkeiten finden landesweit und im Ausland statt – mit offiziellen Zeremonien, Konzerten, kulturellen Veranstaltungen, wissenschaftlichen Konferenzen sowie Empfängen an kasachischen Botschaften, darunter auch in Berlin. Sie würdigen die historische Entwicklung des Landes ebenso wie seine wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfolge als souveräne Nation.
Pressemitteilung der Botschaft der Republik Kasachstan in Deutschland
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AustauschBilaterale Beziehungen
Der kasachische Staatspräsident traf sich mit der Präsidentin des deutschen Bundesrates
Der kasachische Staatspräsident Kassym-Schomart Tokajew traf sich mit der Präsidentin des deutschen Bundesrates Anke Rehlinger
Astana, 28. Mai 2025 – In der präsidentiellen Residenz Akorda fand ein Treffen zwischen dem Staatspräsidenten Kassym-Schomart Tokajew und der Präsidentin des deutschen Bundesrates, der Ministerpräsidentin des Saarlandes Anke Rehlinger statt.
Das Staatsoberhaupt betonte, dass Deutschland einer der wichtigsten strategischen Partner Kasachstans in der Europäischen Union und einer der führenden Investoren in unserer Wirtschaft sei.
„Deutschland ist ein sehr wichtiges Land für uns, unser Hauptpartner in Europa. Wir legen großen Wert auf die Entwicklung der Zusammenarbeit mit Ihrem Land. Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um Ihnen meine positiven Eindrücke von meinem jüngsten Besuch in Deutschland zu schildern. Ich habe mit dem Bundespräsidenten Steinmeier gesprochen, den ich seit langem kenne. Was die parlamentarischen Beziehungen betrifft, unterstütze ich diese Art der Zusammenarbeit voll und ganz“, betonte Kasachstans Präsident.
Er informierte die hohe Besucherin über die wichtigsten Prioritäten der Wirtschaftspolitik des Landes.
„Wir glauben, dass wir uns jetzt auf den Aufbau und die Entwicklung großer Infrastrukturprojekte, die Digitalisierung und künstliche Intelligenz konzentrieren sollen. Darüber hinaus sollen wir uns mit der Transportlogistik und, natürlich der Landwirtschaft befassen“, sagte Kassym-Schomart Tokajew.
Ihm zufolge hat Kasachstan in den letzten Jahren umfassende politische Reformen durchgeführt.
„Änderungen, die an der Gesetzgebung, vor allem an der Verfassung, vorgenommen wurden, zeigen, dass Kasachstan sich grundlegend verändert. Selbstverständlich werden die Reformen fortgesetzt. Einige Neuerungen werden voraussichtlich das Strafverfolgungs- und Justizsystem betreffen. Das ist äußerst wichtig. Aber im Ganzen wird der Charakter des Staates, insbesondere sein Präsidialsystem, bestehen bleiben, da dies voll und ganz unserem Verständnis davon entspricht, wie unser Staat unter den Bedingungen einer sich verändernden Welt aussehen sollte“, hob das Staatsoberhaupt hervor.
Anke Rehlinger dankte ihrerseits Kassym-Schomart Tokajew für das Treffen und bekundete ihre Bereitschaft, gemeinsame Ziele im Interesse beider Länder zu fördern.
„Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für den Gedanken- und Ideenaustausch nehmen. Ich werde Ihre Grüße an den Bundespräsidenten Steinmeier übermitteln. Er ist ein großer Freund Kasachstans und Zentralasiens. Kasachstan ist als Mittelmacht unser Schlüsselpartner in der Region und ein sehr guter Partner“, merkte die Präsidentin des deutschen Bundesrates an.
Während des Gesprächs wurden konkrete Aspekte der Stärkung der Handels-, Wirtschafts-, Investitions- und kulturell-humanitären Zusammenarbeit zwischen Kasachstan und Deutschland erörtert.
Ost-Ausschuss-Delegation in der kasachischen Hauptstadt Astana / Finanzierung, duale Berufsausbildung und Wassermanagement im Fokus
Vom 19. bis 22. Mai 2025 reisten rund 40 deutsche Unternehmerinnen und Unternehmer mit dem Ost-Ausschuss in die kasachische Hauptstadt Astana. Neben zahlreichen bilateralen Gesprächen nahm die Delegation an zwei zentralen wirtschaftspolitischen Foren teil. Deutschland ist Kasachstans wichtigster Handelspartner in der EU. Deutsche Firmen wie Linde, Heidelberg Materials, Claas, Horsch, Wika und Zollmann engagieren sich erfolgreich in Projekten wie Solaranlagen, Zementwerken und Maschinenbauanlagen.
16. Sitzung des Deutsch-Kasachischen Wirtschaftsrates
Ein Höhepunkt der Reise war die 16. Sitzung des Deutsch-Kasachischen Wirtschaftsrates. Hier kam die Delegation mit relevanten Ministerien, dem kasachischen Staatsfonds „Baiterek“ sowie führenden kasachischen Unternehmen zusammen. Roman Sklyar, Erster Vizepremier Kasachstans, betonte in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung des Wirtschaftsrats als Plattform für praxisnahe Lösungen. „Solche Treffen ermöglichen es, Positionen abzugleichen, drängende Fragen zu benennen und gemeinsame Pläne zu entwickeln. Es ist erfreulich, dass die Teilnehmerzahl wächst und die Agenda zunehmend anwendungsorientiert ist“, sagte Sklyar.
Rustam Karagoyshin, Vorstandsvorsitzender von „Baiterek“, hob Deutschlands Rolle als strategischer Partner hervor. 2024 belegte Kasachstan Platz 43 unter den wichtigsten Handelspartnern Deutschlands – mit einem Anteil von 83 Prozent am gesamten deutschen Handel mit Zentralasien. Michael Harms, Geschäftsführer des Ost-Ausschusses, unterstrich anschließend die Ergebnisse des Treffens: „Sechs neue deutsch-kasachische Projekte in der verarbeitenden Industrie wurden heute vorgestellt – ein starkes Zeichen für den Erfolg dieser Plattform.“ Bei den Vorhaben geht es unter anderem um die energieeffizente Modernisierung von Wohngebäuden, die Verwertung von Altglas, Kunststoffabfällen und Lithium-Ionen-Batterien, die Herstellung von Waschrobotern sowie den Aufbau eines Montagewerkes für Getriebemotoren.
43. Sitzung des Berliner Eurasischen Klubs
Ein weiteres zentrales Forum war die Sitzung des Berliner Eurasischen Klubs (BEK), organisiert von der kasachischen Botschaft und dem Ost-Ausschuss. Der BEK fördert seit 2012 den Dialog zwischen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft aus Deutschland, Kasachstan und der EU. Die Sitzungen finden dreimal jährlich in Astana (Mai), Brüssel (Oktober) und Berlin (Dezember) statt. Im Fokus der 43. Sitzung standen die Zusammenarbeit im Bereich duale Berufsausbildung sowie innovative Lösungen im Wassersektor.
In der ersten Podiumsdiskussion ging es um das „Jahr der Berufsbildung“ in Kasachstan. Der kasachische Vizebildungsminister Edil Ospan berichtete, dass das duale Ausbildungssystem bereits in 552 Colleges mit über 18.000 Unternehmen und mehr als 108.000 Auszubildenden verankert sei. Alexander Hochradel vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend betonte die Bereitschaft Deutschlands, das System gemeinsam weiterzuentwickeln und die Kooperation zwischen Betrieben und Bildungseinrichtungen zu stärken.
Die zweite Diskussionsrunde widmete sich dem effizienten Umgang mit Wasser – ein zentrales Thema angesichts der Auswirkungen des Klimawandels. Deutsche Unternehmen bringen hier modernste Technologien und langjährige Erfahrung ein. Besonders eng ist die Zusammenarbeit mit dem Verband German Water Partnership, in dem über 300 deutsche Unternehmen aus der Wasserwirtschaft organisiert sind.
Vladimir Nikitenko, Regionaldirektor für Zentralasien im Ost-Ausschuss
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AustauschEUKooperation
Kasachstan erhält UN-Regionalzentrum für nachhaltige Entwicklungsziele (SDGs)
Astana/Berlin, 5. März 2025 – Kasachstans Bedeutung als wichtige Mittelmacht und Brückenbauer nimmt weiter zu. Die UN-Generalversammlung hat auf ihrer jüngsten Sitzung einstimmig eine Resolution zur Einrichtung des UN-Regionalzentrums für nachhaltige Entwicklungsziele (SDGs) für Zentralasien und Afghanistan angenommen. 152 UN-Mitgliedsstaaten, darunter Deutschland und die Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten unterstützten die Resolution als Mitunterzeichner und setzen damit großes Vertrauen in Kasachstan. Sitz des UN-Regionalzentrums für nachhaltige Entwicklungsziele wird die ehemalige kasachische Hauptstadt Almaty, die bereits Sitz von 18 weiteren internationalen und UN-Agenturen ist.
Angesichts der aktuellen Weltlage und tiefer Spannungslinien innerhalb der Vereinten Nationen, ist die mit großer internationaler Mehrheit getroffene Entscheidung, ein weiteres UN-Zentrum in Almaty zu eröffnen, ein wichtiges und historisches Ereignis. Es unterstreicht das Vertrauen der internationalen Staatengemeinschaft in das neuntgrößte Land der Welt und Kasachstans Rolle als wichtige Mittelmacht sowie stabilisierender Brückenbauer zwischen den Staaten.
Als größte Volkswirtschaft Zentralasiens ist Kasachstan bestrebt, die regionale Zusammenarbeit zu stärken und eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Besonderes Augenmerk gilt dabei dem Wirtschaftswachstum Afghanistans – die Stabilität und der Wohlstand dieses Landes sind unmittelbar mit der Sicherheit und dem Wohlergehen Zentralasiens verbunden.
Das neue UN-Zentrum in Almaty soll als wichtige Plattform für die Koordinierung internationaler und regionaler Bemühungen, den Austausch bewährter Verfahren, die Bereitstellung technischer Hilfe und die Durchführung gemeinsamer Projekte dienen. Es wird mit Regierungen, internationalen Organisationen, dem Privatsektor und der Zivilgesellschaft zusammenarbeiten, um greifbare Fortschritte zu erzielen.
Das Zentrum wird auch eine wichtige Rolle bei der Wiederbelebung des UN-Systems spielen und die Effektivität der Organisation auf regionaler Ebene erhöhen. Seine Arbeit wird sich auf die Stärkung der Koordinierung zwischen den UN-Organisationen, die Anpassung globaler Initiativen an regionale Bedürfnisse und die Förderung der internationalen Zusammenarbeit konzentrieren.
Pressemitteilung der Botschaft der Republik Kasachstan in Deutschland
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AustauschEU
Kasachstan und die Europäische Union vertiefen strategische Partnerschaft
Astana/Berlin, 04. April 2025 – Im Rahmen des Gipfeltreffens Zentralasien – Europäische Union in Samarkand führte der Präsident der Republik Kasachstan, Kassym-Schomart Tokajew, Gespräche mit dem Präsidenten des Europäischen Rates, António Costa, sowie der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen. Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Vertiefung der wirtschaftlichen, politischen und technologischen Zusammenarbeit zwischen Kasachstan und der Europäischen Union. Die Europäische Union ist der größte Handelspartner und Investor Kasachstans. Der Anteil der EU am Gesamtvolumen der ausländischen Direktinvestitionen in Kasachstan beträgt über 40 Prozent. Das Handelsvolumen zwischen Kasachstan und den EU-Mitgliedstaaten beträgt rund 50 Milliarden US-Dollar, was 80 Prozent des gesamten Handels der EU mit den zentralasiatischen Staaten ausmacht.
Präsident Tokajew und Ratspräsident Costa erörterten Möglichkeiten zur Stärkung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit in verschiedenen Sektoren. Beide Seiten betonten die Bedeutung einer dynamischen Partnerschaft, die auf gegenseitigem Vertrauen, strategischen Interessen und langfristigen Perspektiven basiert. Am Rande des Gipfels traf Präsident Tokajew mit der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, zusammen. Die Gespräche konzentrierten sich auf die Zukunft der Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft, Digitalisierung und Innovation. Ein besonderes Augenmerk lag auf der Einleitung von Verfahren zur Vereinfachung des Visaverfahrens zwischen Kasachstan und der EU.
Darüber hinaus betonte Präsident Tokajev, dass das Abkommen über eine verstärkte Partnerschaft und Zusammenarbeit weiterhin die Grundlage für die Interaktion zwischen Kasachstan und der EU bildet. In diesem Zusammenhang nannte er Schlüsselbereiche für die Vertiefung der Zusammenarbeit, darunter Energie-, Infrastruktur- und Industrieprojekte, die Entwicklung von Transport- und Logistiknetzwerken sowie digitale Innovation, fortgeschrittene Technologien und künstliche Intelligenz.
Parallel zu den Gipfelgesprächen gab das kasachische Industrieministerium die Entdeckung eines großen Vorkommens Seltener Erden in der Region Karaganda bekannt. Dazu gehören Cer, Lanthan, Neodym und Yttrium. Diese Elemente spielen eine entscheidende Rolle in der modernen Industrie, insbesondere bei der Herstellung von Elektroautos, Smartphones und Windkraftanlagen. Angesichts des Versorgungsengpasses bei Seltenen Erden und der hohen Importabhängigkeit der EU ist diese Entdeckung von strategischer Bedeutung. Brüssel verfolgt das Ziel, die Rohstoffsicherheit in der Region Zentralasien zu stärken, um nachhaltige und widerstandsfähige Lieferketten aufzubauen.
Die Gesprächspartner vereinbarten, den Dialog im Rahmen der Dialogplattform C5+EU fortzusetzen und aktuelle Themen der regionalen und internationalen Agenda gemeinsam anzugehen. Mit diesen wegweisenden Gesprächen bekräftigen Kasachstan und die Europäische Union ihre strategische Partnerschaft und legen den Grundstein für eine vertiefte wirtschaftliche, technologische und politische Zusammenarbeit.
Pressemitteilung der Botschaft der Republik Kasachstan in Deutschland
Kazakhstan Investment Day 2025: Neue Perspektiven für die kasachisch-deutsche Industriepartnerschaft
Am 2. April 2025 fand in der AKA Ausfuhrkredit-Gesellschaft in Frankfurt der Kazakhstan Investment Day 2025 statt – eine spannende Gelegenheit zur Vertiefung der wirtschaftlichen und industriellen Zusammenarbeit zwischen Kasachstan und Deutschland. Mehr als 180 Teilnehmende aus Wirtschaft, Regierung, Finanzinstitutionen und Branchenverbänden folgten der Einladung des Ost-Ausschusses und weiterer Partnerorganisationen an den Main. Darunter befand sich auch eine hochrangige kasachische Delegation. Eröffnet wurde das Forum vom Hessischen Minister für internationale Zusammenarbeit Manfred Pentz, dem Ersten Stellvertretenden Premierminister der Republik Kasachstan Roman Sklyar, dem Stellvertretenden Außenminister Alibek Kuantyrov, dem kasachischen Botschafter in Berlin Nurlan Onzhanov sowie von Michael Harms, Geschäftsführer des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft.
Der Kazakhstan Investment Day 2025 diente als effektive Plattform zur Präsentation von Investitionsmöglichkeiten in Kasachstan, zum Erfahrungsaustausch und zur Koordination gemeinsamer Vorhaben in strategischen Schlüsselbranchen. Im Mittelpunkt des Forums standen drei strategische Themen, die die Agenda der bilateralen Zusammenarbeit langfristig prägen werden:
Gemeinsame Rohstoffprojekte Ein zentrales Thema war die Finanzierung gemeinsamer Projekte. Diskutiert wurden verschiedene Förderinstrumente, darunter staatliche Investitionsgarantien, Exportkreditabsicherungen durch Euler Hermes, Finanzierungsmöglichkeiten über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie die Beteiligung des kasachischen Staatsfonds Baiterek, der eine zentrale Rolle bei der Förderung industrieller und innovativer Projekte in Kasachstan spielt. Zudem wurde das Interesse am deutschen Rohstofffonds unterstrichen. Die KfW wurde von der Bundesregierung damit beauftragt, bis zu einer Milliarden Euro in das Eigenkapital von Bergbau-, Verarbeitungs- und Recyclingunternehmen zu investieren Mit diesem sollen Projekte im In- und Ausland gefördert werden, die einen Beitrag zur Rohstoffversorgungssicherheit leisten und der Gewinnung, Verarbeitung und dem Recycling von kritischen Rohstoffen dienen. Der Fonds soll zur Diversifizierung deutscher Lieferquellen beitragen und Projekte in Zentralasien könnten dabei eine wichtige Rolle spielen. In Kasachstan wäre beispielsweise die industrielle Verwertung großer, metallreicher Abraumhalden aus der Bergbauindustrie von Interesse. In Kasachstan lagern mehr als 60 Milliarden Tonnen solcher Abfälle, die seit der Mitte des 20. Jahrhunderts entstanden sind. Der typische Investitionsrahmen des Fonds liegt zwischen 50 und 150 Millionen Euro – ein attraktives Potenzial für deutsch-kasachische Kooperationen. Kasachstan verfügt über eine herausragende Rohstoffbasis und ist derzeit in der Lage, 19 der 34 von der EU definierten kritischen Rohstoffe zu liefern – darunter Kupfer, Chrom, Titan, Phosphor, Beryllium, Tantal und Mangan. Die Diskussion unterstrich die Notwendigkeit langfristiger Offtake-Vereinbarungen, die stabile und planbare Lieferströme für die europäische Industrie gewährleisten. Die Unternehmen HMS Bergbau und Knauf berichteten über ihre erfolgreichen Investitionsprojekte in Kasachstan. Zudem wurden die umfassenden Reformen im kasachischen Rohstoffsektor hervorgehoben: Die Einführung des Prinzips „first come – first served“ bei der Lizenzvergabe, die Anwendung internationaler Berichtsstandards (KAZRC auf Basis von CRIRSCO) sowie der Einsatz digitaler Plattformen wie Minerals.Gov.kz und E-Qazyna.kz haben die Transparenz und Effizienz deutlich erhöht. Bis Ende April 2025 sind Ausschreibungen für 50 Lagerstätten geplant, davon 21 im Bereich kritischer Rohstoffe.
Ausbau des Mittleren Korridors Ein weiteres zentrales Thema war der Ausbau der Transport- und Logistikinfrastruktur entlang des Mittleren Korridors, auch genannt Transkaspischer Internationaler Transportkorridor, der Zentralasien über das Kaspische Meer und den Südkaukasus mit Europa verbindet. Kasachstan nimmt in diesem Korridor eine Schlüsselposition ein. Die kontinuierliche Entwicklung dieser Route eröffnet neue Möglichkeiten für den Export raffinierter Rohstoffe und weiterverarbeiteter Produkte. Schätzungen zufolge könnte die Durchlasskapazität des Korridors bis 2030 auf 20 Millionen Tonnen steigen – eine strategische Chance für die Anbindung an europäische Lieferketten. Der Kazakhstan Investment Day 2025 hat das starke beiderseitige Interesse an einer intensiveren wirtschaftlichen Zusammenarbeit eindrucksvoll bestätigt. Kasachstan hat seine Position als verlässlicher Lieferant kritischer Rohstoffe und industrieller Partner Deutschlands klar unterstrichen. Die Veranstaltung markierte einen wichtigen Schritt hin zu einer vertieften industriellen Integration, zur Entwicklung nachhaltiger Wertschöpfungsketten und zu einer neuen Qualität der Partnerschaft zwischen Kasachstan und der Europäischen Union.
Vladimir Nikitenko, Regionaldirektor für Zentralasien im Ost-Ausschuss