Kasachstan will zur digitalen Vorreiternation werden
Kasachstan will zur digitalen Vorreiternation werden – Präsident Tokajew kündigt tiefgreifende Digitalreformen an
Astana/Berlin, 8. September 2025 – Ein neues Ministerium für Künstliche Intelligenz und digitale Entwicklung, ein umfassender Digital Code sowie Investitionen in FinTech und Bildung sollen das Land innerhalb von drei Jahren in eine vollständig digitale Nation transformieren, kündigte der Präsident Kassym-Schomart Tokajew in seiner jährlichen Rede zur Lage der Nation an.
Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew hat in seiner jährlichen Rede zur Lage der Nation die umfassendste Reformagenda der letzten Jahre vorgestellt – mit klarem Schwerpunkt auf Digitalisierung, künstlicher Intelligenz und Staatsmodernisierung. Unter dem Titel „Kasachstan im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz“ präsentierte er einen Fahrplan, der das Land innerhalb von drei Jahren in eine „vollständig digitale Nation“ transformieren soll.
Im Zentrum steht die Gründung eines neuen Ministeriums für Künstliche Intelligenz und digitale Entwicklung, das auf Vizepremier-Ebene angesiedelt wird. Dieses soll die Umsetzung einer Digitalstrategie verantworten, die unter anderem eine umfassendes digitales Rahmengesetz (Digital Code) zu KI, Big Data und Plattformökonomie umfasst. Tokajew kündigte an, dass künstliche Intelligenz in allen Wirtschaftssektoren zum Einsatz kommen müsse.
Darüber hinaus stellte der Präsident die Schaffung eines staatlichen Digital-Asset-Fonds für strategische Krypto-Reserven vor und forderte ein neues Bankengesetz bis Jahresende, um FinTech-Innovationen zu fördern und neue Marktteilnehmer zu gewinnen. Auch im Bereich Verwaltung und Investitionen kündigte Tokajew tiefgreifende Modernisierungen an: Weniger Bürokratie, mehr Transparenz sowie ein Regionaler Investitionsindex, der die Leistung lokaler Verwaltungen messbar machen soll. Zudem sollen zentrale Ressourcen wie der Nationale Fonds gezielter für zukunftsträchtige Digital- und Innovationsprojekte eingesetzt werden.
Mit Blick auf die Infrastruktur forderte der Präsident die Einführung einer digitalen „Smart Cargo“-Plattform für Zoll- und Logistikprozesse sowie die Entwicklung Alatau City zu einem neuen Innovationshub. Begleitet wird dies von Maßnahmen im Bildungsbereich – darunter die Integration von KI in Lehrpläne und die Förderung digitaler Lernangebote insbesondere für ländliche Regionen. „Künstliche Intelligenz ist keine abstrakte Vision, sondern bereits Realität – sie prägt Denken und Verhalten ganzer Generationen“, betonte Tokajew. „Kasachstan hat keine Alternative, als diesen Wandel aktiv zu gestalten.“ Mit dieser Digitaloffensive positioniert sich Kasachstan als Vorreiterstaat für KI-gestützte Modernisierung in Eurasien – und als potenzieller Partner für internationale Kooperationen in den Bereichen Technologie, FinTech und digitale Verwaltung.
Pressemitteilung der Botschaft der Republik Kasachstan in Deutschland
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KooperationWirtschaft
Präsident Kassym-Schomart Tokajew leitete die 37. Plenarsitzung des Rates der ausländischen Investoren
Zu Beginn der Sitzung betonte Präsident Tokajew, dass der Rat weiterhin als solide Plattform für die strategische Zusammenarbeit zwischen dem Staat und seinen internationalen Partnern dient.
„Seit mehr als zwei Jahrzehnten spielt dieses Forum eine zentrale Rolle bei der Gestaltung des investorenorientierten Ökosystems Kasachstans. Mit der aktiven Unterstützung des Rates sind wir entschlossen, die Umsetzung umfassender Reformen fortzusetzen, die darauf abzielen, das Investitionsklima zu verbessern, die Transparenz zu erhöhen und die Bedingungen für die Geschäftstätigkeit in Kasachstan zu vereinfachen“, erklärte der Präsident.
Der Staatschef wies darauf hin, dass Experten und Analysten für die kommenden Jahre eine Verlangsamung des globalen BIP-Wachstums auf etwa 2,9% prognostizieren.
„Wir erleben derzeit einen steigenden Inflationsdruck, Störungen in den Lieferketten und eine erhöhte Volatilität des Geschäftsklimas. Diese Dynamik könnte die Aussichten für die Weltwirtschaft weiter trüben und unterstreicht die dringende Notwendigkeit eines konstruktiven internationalen Dialogs. Inmitten dieser wirtschaftlichen Herausforderungen haben Schwellenländer wie Kasachstan den externen Schocks standgehalten. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2025 wuchs die kasachische Wirtschaft um 6 %, was vor allem auf die Sektoren Transport und Logistik, Bauwesen, Handel, Bergbau und verarbeitendes Gewerbe zurückzuführen ist“, stellte er fest.
So Kassym-Schomart Tokajew bieten die strategische Lage Kasachstans, sein hochqualifiziertes Humankapital und sein festes Bekenntnis zu positiven Reformen sowohl Investoren als auch der nationalen Wirtschaft vielfältige Chancen. Er sprach über die Aktivitäten des Investitionsrats, der alle Investorenfragen zeitnah und vor Ort bearbeiten soll. Es wurde darauf hingewiesen, dass der Rat die Lösung von Problemen bei 137 Investitionsprojekten im Wert von 70 Milliarden US-Dollar erleichtert und 140 Gesetzesänderungen initiiert hat, die darauf abzielen, systemische Herausforderungen für Investoren zu bewältigen.
Darüber hinaus wurde ein spezieller „Staatsanwaltschaftsfilter“ eingeführt, um Verstöße gegen die Rechte von Investoren zu verhindern. Seit diesem Jahr ist keine staatliche Stelle mehr berechtigt, ohne vorherige Genehmigung der Generalstaatsanwaltschaft Inspektionen durchzuführen, Verwaltungsverfahren einzuleiten, Klagen einzureichen oder Beschränkungen für Investoren zu verhängen.
„Wir haben auch eine nationale digitale Investitionsplattform ins Leben gerufen, die staatliche Dienstleistungen für Investoren in einem ‚Single Window‘-System zusammenfasst, über das Beratungen und Genehmigungen auf einer einzigen Plattform eingeholt werden können. Darüber hinaus werden wir ein neues Steuergesetzbuch verabschieden, das die Bedingungen für die Geschäftstätigkeit verbessern soll, indem es private Investitionen in die Wirtschaft fördert. Das neue Gesetzbuch wird gezielte Vergünstigungen für Investoren vorsehen, die sich auf die Entwicklung der lokalen Produktion konzentrieren, und gleichzeitig Exporteure von Waren mit hoher Wertschöpfung unterstützen“, betonte Präsident Tokajew.
In seiner Rede skizzierte der Staatschef die vielversprechendsten Bereiche für die Zusammenarbeit mit Investoren. Dabei konzentrierte er sich insbesondere auf die Entwicklung des industriellen Potenzials Kasachstans.
„Der Bergbau bleibt das Rückgrat unseres verarbeitenden Gewerbes. Kasachstan ist sich der Bedeutung des Bergbaus und der Metallurgie auf globaler Ebene bewusst und hat ein stabiles, investorenfreundliches Bergbaurecht geschaffen, das durch transparente und umfassende Rechtsvorschriften gestützt wird. Die laufenden Reformen im Bergbausektor haben bereits große Unternehmen wie Rio Tinto, Fortescue, Ivanhoe, First Quantum und Tech Resources dazu veranlasst, sich an geologischen Erkundungen in Kasachstan zu beteiligen. Mit dem neuen Steuergesetz wird ein Lizenzgebührensystem eingeführt, das die Weiterverarbeitung im Land fördert. Wir sind überzeugt, dass Kasachstan dank seiner reichen Bodenschätze, seiner fortschrittlichen Bergbaugesetzgebung und seines transparenten Steuersystems eine strategische Position in der globalen Lieferkette für kritische Mineralien einnehmen wird“, erklärte der Präsident.
Kassym-Schomart Tokajew betonte, dass Kasachstan entschlossene Schritte in Richtung Weiterverarbeitung und Fertigung der nächsten Generation unternimmt. Ihm zufolge arbeitet Kasachstan erfolgreich mit Wabtec, Alstom und Stadler im Bereich Eisenbahntechnik zusammen. Insbesondere Alstom baut Servicezentren im Land und plant, ab 2028 Lokomotiven der nächsten Generation zu produzieren, während Wabtec 200 Millionen Dollar in Schienenfahrzeuge mit alternativen Antrieben investiert. Stadler Rail hat ein Werk mit einer Jahreskapazität von 100 Schienenfahrzeugen errichtet.
Präsident Tokajew hob das hohe Potenzial des agroindustriellen Sektors Kasachstans hervor. Wie bereits erwähnt, liegt das Land weltweit an sechster Stelle in Bezug auf die landwirtschaftliche Nutzfläche und gehört zu den zehn größten Getreideexporteuren. In seiner Rede nannte er Beispiele für erfolgreiche Aktivitäten ausländischer Investoren wie PepsiCo, Fufeng Group und Dalian Hesheng, die eine stabile Nachfrage nach lokalen Produkten schaffen und fortschrittliche Technologien einführen.
Besonderer Fokus wurde auf die Stärkung der Position Kasachstans als strategischer Verkehrsknotenpunkt durch eine umfassende Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur gelegt.
„Wir planen, bis 2029 11.000 Kilometer bestehender Eisenbahnstrecken zu sanieren und weitere 5.000 Kilometer neue Gleise zu verlegen. In diesem Jahr werden wir die 830 Kilometer lange Eisenbahnstrecke Dostyk-Moyynty in Betrieb nehmen – zwei Jahre früher als geplant. Die Strecke wird die Kapazität auf diesem wichtigen Abschnitt verfünffachen. Gleichzeitig arbeiten wir daran, mehrere weitere vorrangige Korridore auszubauen, darunter die Eisenbahnstrecken Darbaza-Maktaaral, Bakhty-Ayagoz, Moyynty-Kyzylzhar und Altynkol-Zhetygen. Diese Projekte werden die Kapazität und Betriebsgeschwindigkeit des kasachischen Eisenbahnnetzes erhöhen. Wir verbessern weiterhin die Qualität und Sicherheit unseres Autobahnnetzes. Im vergangenen Jahr haben wir drei wichtige internationale Autobahnkorridore eröffnet – Taldykorgan-Oskemen, Karaganda-Almaty und Aktobe-Atyrau-Astrakhan – und damit 1600 Kilometer neue Autobahnen hinzugefügt, was doppelt so viel ist wie im Jahr 2023. In diesem Jahr umfassen die Straßenbau- und Modernisierungsarbeiten landesweit mehr als 13.000 Kilometer“, sagte er.
Außerdem wurden neue internationale Terminals an den Flughäfen in Almaty, Kyzylorda und Shymkent eröffnet, wodurch sich deren Kapazität versechsfacht hat.
Kassym-Schomart Tokajew wies darauf hin, dass Kasachstan laut UN zu den 30 führenden Ländern im Bereich der Digitalisierung gehört. Er erklärte, dass sich die Zahl der Fintech-Unternehmen seit 2018 vervierfacht habe und über 4.000 Teilnehmer, darunter Kryptobörsen und Zahlungsdienste, beim AIFC registriert seien. Der Präsident lud internationale Partner zur Zusammenarbeit beim Aufbau einer digitalen und KI-Infrastruktur ein.
„Der AIFC steht im Global Financial Centres Index an erster Stelle in Osteuropa und Zentralasien und ist in der Region führend im Bereich grüne und digitale Finanzen. Über 89% aller Transaktionen in Kasachstan werden mittlerweile bargeldlos abgewickelt, und die Nutzung von Mobile Banking hat in den letzten vier Jahren um mehr als 460% zugenommen. Darüber hinaus planen wir die Schaffung einer wegweisenden Pilotzone namens CryptoCity, in der Kryptowährungen für den Kauf von Waren, Dienstleistungen und mehr verwendet werden können. Wir messen auch der Entwicklung der künstlichen Intelligenz (KI) strategische Bedeutung bei, da wir sie als einen wichtigen Motor für zukünftiges Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und digitale Souveränität anerkennen“, erklärte Kassym-Schomart Tokajew.
Abschließend zeigte sich der Staatschef zuversichtlich, dass die langfristige, für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit zwischen Staat und Privatwirtschaft eine Schlüsselrolle für ein nachhaltiges und inklusives Wirtschaftswachstum spielen wird.
Während der Veranstaltung ergriffen das Wort EBRD-Präsidentin Odile Renaud-Basso, Minister für Industrie und Bauwesen Yersain Nagaspayev, Vorsitzender des Vorstands der Vereinigung der ausländischen Investoren in Kasachstan Erlan Dosymbekov, ADB-Vizepräsident Bhargav Dasgupta, VEON-Konzernchef Kaan Terzioğlu, CNPC-Vizepräsident Daowei Zhang und Alstom-Präsident für Afrika, den Nahen Osten und Zentralasien Martin Vaujour.
Quelle: www.akorda.kz (Übersetzt aus dem Englischen)
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AustauschBilaterale Beziehungen
Der kasachische Staatspräsident traf sich mit der Präsidentin des deutschen Bundesrates
Der kasachische Staatspräsident Kassym-Schomart Tokajew traf sich mit der Präsidentin des deutschen Bundesrates Anke Rehlinger
Astana, 28. Mai 2025 – In der präsidentiellen Residenz Akorda fand ein Treffen zwischen dem Staatspräsidenten Kassym-Schomart Tokajew und der Präsidentin des deutschen Bundesrates, der Ministerpräsidentin des Saarlandes Anke Rehlinger statt.
Das Staatsoberhaupt betonte, dass Deutschland einer der wichtigsten strategischen Partner Kasachstans in der Europäischen Union und einer der führenden Investoren in unserer Wirtschaft sei.
„Deutschland ist ein sehr wichtiges Land für uns, unser Hauptpartner in Europa. Wir legen großen Wert auf die Entwicklung der Zusammenarbeit mit Ihrem Land. Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um Ihnen meine positiven Eindrücke von meinem jüngsten Besuch in Deutschland zu schildern. Ich habe mit dem Bundespräsidenten Steinmeier gesprochen, den ich seit langem kenne. Was die parlamentarischen Beziehungen betrifft, unterstütze ich diese Art der Zusammenarbeit voll und ganz“, betonte Kasachstans Präsident.
Er informierte die hohe Besucherin über die wichtigsten Prioritäten der Wirtschaftspolitik des Landes.
„Wir glauben, dass wir uns jetzt auf den Aufbau und die Entwicklung großer Infrastrukturprojekte, die Digitalisierung und künstliche Intelligenz konzentrieren sollen. Darüber hinaus sollen wir uns mit der Transportlogistik und, natürlich der Landwirtschaft befassen“, sagte Kassym-Schomart Tokajew.
Ihm zufolge hat Kasachstan in den letzten Jahren umfassende politische Reformen durchgeführt.
„Änderungen, die an der Gesetzgebung, vor allem an der Verfassung, vorgenommen wurden, zeigen, dass Kasachstan sich grundlegend verändert. Selbstverständlich werden die Reformen fortgesetzt. Einige Neuerungen werden voraussichtlich das Strafverfolgungs- und Justizsystem betreffen. Das ist äußerst wichtig. Aber im Ganzen wird der Charakter des Staates, insbesondere sein Präsidialsystem, bestehen bleiben, da dies voll und ganz unserem Verständnis davon entspricht, wie unser Staat unter den Bedingungen einer sich verändernden Welt aussehen sollte“, hob das Staatsoberhaupt hervor.
Anke Rehlinger dankte ihrerseits Kassym-Schomart Tokajew für das Treffen und bekundete ihre Bereitschaft, gemeinsame Ziele im Interesse beider Länder zu fördern.
„Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für den Gedanken- und Ideenaustausch nehmen. Ich werde Ihre Grüße an den Bundespräsidenten Steinmeier übermitteln. Er ist ein großer Freund Kasachstans und Zentralasiens. Kasachstan ist als Mittelmacht unser Schlüsselpartner in der Region und ein sehr guter Partner“, merkte die Präsidentin des deutschen Bundesrates an.
Während des Gesprächs wurden konkrete Aspekte der Stärkung der Handels-, Wirtschafts-, Investitions- und kulturell-humanitären Zusammenarbeit zwischen Kasachstan und Deutschland erörtert.
Quelle: www.akorda.kz
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KooperationRohstoffeWirtschaft
Kasachstan ist Deutschlands drittgrößter Öllieferant
Kasachstan ist Deutschlands drittgrößter Öllieferant und baut Rolle als strategischer Energie- und Rohstoffpartner weiter aus
Berlin/Astana, 24. Juni 2025 – Kasachstan entwickelt sich rasant zu einem Schlüssellieferanten für Deutschlands Energie- und Rohstoffversorgung. Laut Statistischem Bundesamt importierte Deutschland im Jahr 2024 rund 10,6 Millionen Tonnen kasachisches Öl. Davon gelangte eine Teilmenge von rund 1,5 Millionen Tonnen Öl über die Druschba-Pipeline in die Raffinerie Schwedt nach Deutschland.
Kasachstan forciert zugleich die Diversifizierung seiner Exportrouten, um eine robuste und geopolitisch resilientere Versorgung zu gewährleisten. Dies stärkt die Position des Landes als verlässlicher Energiepartner auch über den Ölsektor hinaus.
Besonders im Fokus steht derzeit der strategisch bedeutsame Rohstoffsektor. Kasachstan verfügt über umfangreiche Vorkommen an Seltenen Erden, Lithium, Kobalt und weiteren kritischen Metallen, die für die Energiewende, Digitalisierung und Hochtechnologie unverzichtbar sind. Jüngst wurde nahe der Industriestadt Karaganda ein bedeutendes neues Vorkommen Seltener Erden entdeckt, das laut kasachischen Behörden mehr als 30.000 Tonnen förderbare Ressourcen umfassen soll. Erste Erkundungsbohrungen bestätigen das Potenzial für einen langfristigen, industriell nutzbaren Abbau.
Die Bundesregierung hat bereits im Rahmen ihrer Rohstoffstrategie 2024 angekündigt, Kooperationen mit Ländern wie Kasachstan auszubauen, um die Versorgungssicherheit Deutschlands im Bereich kritischer Rohstoffe zu stärken. Die kasachische Regierung hat ihrerseits großes Interesse an einem verstärkten Technologietransfer und an Investitionen aus Europa signalisiert.
Kasachstan zeigt sich als verantwortungsvoller, stabiler und zukunftsorientierter Partner in einem sich rasch wandelnden globalen Energie- und Rohstoffumfeld. Die deutsch-kasachische Zusammenarbeit wird dabei künftig noch stärker auf Resilienz, Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit und Technologietransfer im Rohstoffsektor ausgerichtet.
Pressemitteilung der Botschaft der Republik Kasachstan in Deutschland
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Wirtschaft
Astana International Forum 2025: Dem Dialog Vorrang vor Spaltung geben
Astana/Berlin, 29.5.2025 – Unter dem Motto „Connecting Minds, Shaping the Future“ hat heute in Kasachstans Hauptstadt das zweitägige Astana International Forum (AIF) begonnen. Das Forum in Astana hat sich zu einer Plattform für den Dialog über zentrale Fragen der Weltwirtschaft, Sicherheit, des Klimas und der nachhaltigen Entwicklung entwickelt. In diesem Jahr nehmen am AIF rund 5000 Teilnehmer aus über 70 Ländern teil, darunter Staats- und Regierungschefs, Leiter internationaler Organisationen, Unternehmensführer, Wissenschaftler und Medien internationale Medienvertreter.
In seiner Eröffnungsrede bekräftigte der kasachische Präsident Kassym-Schomart Tokajew, dass Kasachstan die heutigen turbulenten globalen Verhältnisse aus der Perspektive eines konstruktiven Engagements betrachtet. Er warnte vor der eskalierenden Gefahr des Einsatzes von Atomwaffen und beklagte die zunehmende Komplexität und Langlebigkeit aktueller globaler Konflikte. Er forderte, dem Dialog Vorrang vor Spaltung zu geben, und betonte, wie wichtig es sei, die Souveränitätsrechte aller Nationen zu respektieren. Ebenso sei es an der Zeit, den UN-Sicherheitsrat zu reformieren und auf die Stimmen der Mittelmächte und des globalen Südens zu erweitern.
Kosten weltweiter Konflikte belaufen sich auf 19 Billionen US-Dollar „Wir sind heute an einem entscheidenden Wendepunkt der Menschheitsgeschichte zusammengekommen, inmitten einer tiefgreifenden globalen Unsicherheit“, sagte Tokajew. Tokajew wies darauf hin, dass Konflikte und Kriege auf allen Kontinenten und in allen Gesellschaften nach wie vor weit verbreitet sind, und sagte: „Allein im vergangenen Jahr wurden in 52 Ländern weltweit bewaffnete Konflikte registriert. Die wirtschaftlichen Kosten der Gewalt beliefen sich auf fast 19 Billionen US-Dollar, was etwa 13,5 % des globalen BIP entspricht. Aber über die Daten hinaus stehen wir vor einer beunruhigenden Wahrheit: Moderne Konflikte sind komplexer, langwieriger und tief verwurzelt geworden, oft sind mehrere Akteure – darunter auch nichtstaatliche Akteure – beteiligt, und sie werden durch langjährige Missstände und das Gefühl der Ungerechtigkeit angeheizt.“
Künstliche Intelligenz kann Wegbereiter für Frieden sein Der kasachische Präsident wies auf die transformative Rolle der künstlichen Intelligenz hin und beschrieb sie als eine bahnbrechende Kraft für die Gestaltung der Zukunft: „Künstliche Intelligenz ist nicht nur eine technologische Innovation – sie steht für einen grundlegenden Wandel und eine Chance, Innovationen anzunehmen und eine Zukunft aufzubauen, die auf dauerhaftem Frieden und integrativer globaler Zusammenarbeit basiert. Wir dürfen nicht zulassen, dass diese Chance ein abstrakter Traum bleibt – wir müssen sie in konkrete Realität umsetzen.“
„Lehnen jede Form von nationaler Arroganz ab“ Tokajew bekräftigte das Bekenntnis Kasachstans zu einer Außenpolitik, die auf Dialog, gegenseitigem Respekt und Multilateralismus basiert: „Die Außenpolitik Kasachstans basiert auf der Überzeugung, dass Dialog Vorrang vor Spaltung haben muss und dass die Souveränitätsrechte der Staaten uneingeschränkt zu achten sind. Wir lehnen jede Form von nationaler Arroganz und jede Missachtung der kulturellen und historischen Traditionen anderer Völker ab. Gleichzeitig ist es unerlässlich, das Recht nationaler Minderheiten auf ihre eigenen Sprachen und die Bewahrung ihrer Kulturen zu wahren. Aus diesem Grund hält Kasachstan unbeirrt am Grundsatz „Einheit in Vielfalt“ fest.“
Tokajew warnt vor Atomwaffeneinsatz In Bezug auf Atomwaffen sprach Tokajew eine Warnung aus und verwies dabei auf die schmerzhaften historischen Erfahrungen Kasachstans: „Das Risiko des Einsatzes von Atomwaffen – sei es durch Fehleinschätzung, Unfall oder militärische Eskalation – ist eine Bedrohung, die wir nicht ignorieren können. Eine einzige Atomexplosion könnte verheerende Folgen haben. Folgen, die nicht auf die unmittelbare Zerstörung beschränkt blieben, sondern auch eine globale Klimakatastrophe auslösen und die landwirtschaftliche Produktion in großem Umfang vernichten könnten.“ Er fügte hinzu: „Kasachstan versteht dieses Risiko besser als die meisten anderen Länder. Wir leiden weiterhin unter den langfristigen Folgen von 450 Atomtests, die während der Sowjetzeit auf unserem Territorium durchgeführt wurden. Im Streben nach Frieden haben wir freiwillig auf das von uns geerbte Atomwaffenarsenal verzichtet. Auch heute setzen wir uns weiterhin für die Nichtverbreitung von Atom- und Biowaffen ein.“
Klimawandel trifft Zentralasien besonders Der kasachische Präsident Tokajew hat in seiner Rede auf die Risiken des Klimawandels hingewiesen. „Zentralasien die am meisten anfälligsten Region für den Klimawandel.“ Er betonte, dass sich die Region fast doppelt so schnell erwärmt wie der globale Durchschnitt, was zu schwerwiegenden Folgen wie Gletscherschmelze, zunehmender Wüstenbildung und Wasserknappheit führt. Tokajew hat zu regionaler und internationaler Zusammenarbeit aufgerufen, um diese Herausforderungen anzugehen.
Mehr globale Verantwortung für Mittelmächte und Reform des UN-Sicherheitsrates Präsident Tokajew rief in seiner Rede dazu auf, den heutigen multidimensionalen globalen Herausforderungen mit Einigkeit und Zusammenarbeit zu begegnen: „Wir müssen erkennen, dass globale Sicherheitsbedrohungen über die Geopolitik hinausgehen. Die globale Ordnung befindet sich im Wandel. Protektionismus ist auf dem Vormarsch, und der Multilateralismus ist auf dem Rückzug. In einem derart volatilen Umfeld ist es unsere dringendste Aufgabe, die internationale Zusammenarbeit zu bewahren und wiederaufzubauen – um sicherzustellen, dass sie auch dann überlebt und gedeiht, wenn sie bedroht ist.“ „Mittelmächte sollten heute mehr globale Verantwortung schultern, so Tokajew. Das erfordere eine Reform des UN-Sicherheitsrats, um Mittelmächten und dem globalen Süden mehr Mitspracherecht zu geben.
Das zweitägige Astana International Forum behandelt in 39 hochrangigen Plenarsitzungen und Podiumsdiskussionen globale Sicherheitsbedrohungen, geopolitische Zusammenarbeit und neue Wege in der multilateralen Diplomatie, nachhaltige Energielösungen, Energiesicherheit und Klimaschutzstrategien, Ernährungs- und Wassersicherheit sowie die Zukunft des globalen Handels und Finanzstabilität.
Pressemitteilung der Botschaft der Republik Kasachstan in Deutschland
Ost-Ausschuss-Delegation in der kasachischen Hauptstadt Astana / Finanzierung, duale Berufsausbildung und Wassermanagement im Fokus
Vom 19. bis 22. Mai 2025 reisten rund 40 deutsche Unternehmerinnen und Unternehmer mit dem Ost-Ausschuss in die kasachische Hauptstadt Astana. Neben zahlreichen bilateralen Gesprächen nahm die Delegation an zwei zentralen wirtschaftspolitischen Foren teil. Deutschland ist Kasachstans wichtigster Handelspartner in der EU. Deutsche Firmen wie Linde, Heidelberg Materials, Claas, Horsch, Wika und Zollmann engagieren sich erfolgreich in Projekten wie Solaranlagen, Zementwerken und Maschinenbauanlagen.
16. Sitzung des Deutsch-Kasachischen Wirtschaftsrates
Ein Höhepunkt der Reise war die 16. Sitzung des Deutsch-Kasachischen Wirtschaftsrates. Hier kam die Delegation mit relevanten Ministerien, dem kasachischen Staatsfonds „Baiterek“ sowie führenden kasachischen Unternehmen zusammen. Roman Sklyar, Erster Vizepremier Kasachstans, betonte in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung des Wirtschaftsrats als Plattform für praxisnahe Lösungen. „Solche Treffen ermöglichen es, Positionen abzugleichen, drängende Fragen zu benennen und gemeinsame Pläne zu entwickeln. Es ist erfreulich, dass die Teilnehmerzahl wächst und die Agenda zunehmend anwendungsorientiert ist“, sagte Sklyar.
Rustam Karagoyshin, Vorstandsvorsitzender von „Baiterek“, hob Deutschlands Rolle als strategischer Partner hervor. 2024 belegte Kasachstan Platz 43 unter den wichtigsten Handelspartnern Deutschlands – mit einem Anteil von 83 Prozent am gesamten deutschen Handel mit Zentralasien. Michael Harms, Geschäftsführer des Ost-Ausschusses, unterstrich anschließend die Ergebnisse des Treffens: „Sechs neue deutsch-kasachische Projekte in der verarbeitenden Industrie wurden heute vorgestellt – ein starkes Zeichen für den Erfolg dieser Plattform.“ Bei den Vorhaben geht es unter anderem um die energieeffizente Modernisierung von Wohngebäuden, die Verwertung von Altglas, Kunststoffabfällen und Lithium-Ionen-Batterien, die Herstellung von Waschrobotern sowie den Aufbau eines Montagewerkes für Getriebemotoren.
43. Sitzung des Berliner Eurasischen Klubs
Ein weiteres zentrales Forum war die Sitzung des Berliner Eurasischen Klubs (BEK), organisiert von der kasachischen Botschaft und dem Ost-Ausschuss. Der BEK fördert seit 2012 den Dialog zwischen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft aus Deutschland, Kasachstan und der EU. Die Sitzungen finden dreimal jährlich in Astana (Mai), Brüssel (Oktober) und Berlin (Dezember) statt. Im Fokus der 43. Sitzung standen die Zusammenarbeit im Bereich duale Berufsausbildung sowie innovative Lösungen im Wassersektor.
In der ersten Podiumsdiskussion ging es um das „Jahr der Berufsbildung“ in Kasachstan. Der kasachische Vizebildungsminister Edil Ospan berichtete, dass das duale Ausbildungssystem bereits in 552 Colleges mit über 18.000 Unternehmen und mehr als 108.000 Auszubildenden verankert sei. Alexander Hochradel vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend betonte die Bereitschaft Deutschlands, das System gemeinsam weiterzuentwickeln und die Kooperation zwischen Betrieben und Bildungseinrichtungen zu stärken.
Die zweite Diskussionsrunde widmete sich dem effizienten Umgang mit Wasser – ein zentrales Thema angesichts der Auswirkungen des Klimawandels. Deutsche Unternehmen bringen hier modernste Technologien und langjährige Erfahrung ein. Besonders eng ist die Zusammenarbeit mit dem Verband German Water Partnership, in dem über 300 deutsche Unternehmen aus der Wasserwirtschaft organisiert sind.
Vladimir Nikitenko, Regionaldirektor für Zentralasien im Ost-Ausschuss
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AustauschEUKooperation
Kasachstan erhält UN-Regionalzentrum für nachhaltige Entwicklungsziele (SDGs)
Astana/Berlin, 5. März 2025 – Kasachstans Bedeutung als wichtige Mittelmacht und Brückenbauer nimmt weiter zu. Die UN-Generalversammlung hat auf ihrer jüngsten Sitzung einstimmig eine Resolution zur Einrichtung des UN-Regionalzentrums für nachhaltige Entwicklungsziele (SDGs) für Zentralasien und Afghanistan angenommen. 152 UN-Mitgliedsstaaten, darunter Deutschland und die Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten unterstützten die Resolution als Mitunterzeichner und setzen damit großes Vertrauen in Kasachstan. Sitz des UN-Regionalzentrums für nachhaltige Entwicklungsziele wird die ehemalige kasachische Hauptstadt Almaty, die bereits Sitz von 18 weiteren internationalen und UN-Agenturen ist.
Angesichts der aktuellen Weltlage und tiefer Spannungslinien innerhalb der Vereinten Nationen, ist die mit großer internationaler Mehrheit getroffene Entscheidung, ein weiteres UN-Zentrum in Almaty zu eröffnen, ein wichtiges und historisches Ereignis. Es unterstreicht das Vertrauen der internationalen Staatengemeinschaft in das neuntgrößte Land der Welt und Kasachstans Rolle als wichtige Mittelmacht sowie stabilisierender Brückenbauer zwischen den Staaten.
Als größte Volkswirtschaft Zentralasiens ist Kasachstan bestrebt, die regionale Zusammenarbeit zu stärken und eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Besonderes Augenmerk gilt dabei dem Wirtschaftswachstum Afghanistans – die Stabilität und der Wohlstand dieses Landes sind unmittelbar mit der Sicherheit und dem Wohlergehen Zentralasiens verbunden.
Das neue UN-Zentrum in Almaty soll als wichtige Plattform für die Koordinierung internationaler und regionaler Bemühungen, den Austausch bewährter Verfahren, die Bereitstellung technischer Hilfe und die Durchführung gemeinsamer Projekte dienen. Es wird mit Regierungen, internationalen Organisationen, dem Privatsektor und der Zivilgesellschaft zusammenarbeiten, um greifbare Fortschritte zu erzielen.
Das Zentrum wird auch eine wichtige Rolle bei der Wiederbelebung des UN-Systems spielen und die Effektivität der Organisation auf regionaler Ebene erhöhen. Seine Arbeit wird sich auf die Stärkung der Koordinierung zwischen den UN-Organisationen, die Anpassung globaler Initiativen an regionale Bedürfnisse und die Förderung der internationalen Zusammenarbeit konzentrieren.
Pressemitteilung der Botschaft der Republik Kasachstan in Deutschland
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AustauschEU
Kasachstan und die Europäische Union vertiefen strategische Partnerschaft
Astana/Berlin, 04. April 2025 – Im Rahmen des Gipfeltreffens Zentralasien – Europäische Union in Samarkand führte der Präsident der Republik Kasachstan, Kassym-Schomart Tokajew, Gespräche mit dem Präsidenten des Europäischen Rates, António Costa, sowie der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen. Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Vertiefung der wirtschaftlichen, politischen und technologischen Zusammenarbeit zwischen Kasachstan und der Europäischen Union. Die Europäische Union ist der größte Handelspartner und Investor Kasachstans. Der Anteil der EU am Gesamtvolumen der ausländischen Direktinvestitionen in Kasachstan beträgt über 40 Prozent. Das Handelsvolumen zwischen Kasachstan und den EU-Mitgliedstaaten beträgt rund 50 Milliarden US-Dollar, was 80 Prozent des gesamten Handels der EU mit den zentralasiatischen Staaten ausmacht.
Präsident Tokajew und Ratspräsident Costa erörterten Möglichkeiten zur Stärkung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit in verschiedenen Sektoren. Beide Seiten betonten die Bedeutung einer dynamischen Partnerschaft, die auf gegenseitigem Vertrauen, strategischen Interessen und langfristigen Perspektiven basiert. Am Rande des Gipfels traf Präsident Tokajew mit der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, zusammen. Die Gespräche konzentrierten sich auf die Zukunft der Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft, Digitalisierung und Innovation. Ein besonderes Augenmerk lag auf der Einleitung von Verfahren zur Vereinfachung des Visaverfahrens zwischen Kasachstan und der EU.
Darüber hinaus betonte Präsident Tokajev, dass das Abkommen über eine verstärkte Partnerschaft und Zusammenarbeit weiterhin die Grundlage für die Interaktion zwischen Kasachstan und der EU bildet. In diesem Zusammenhang nannte er Schlüsselbereiche für die Vertiefung der Zusammenarbeit, darunter Energie-, Infrastruktur- und Industrieprojekte, die Entwicklung von Transport- und Logistiknetzwerken sowie digitale Innovation, fortgeschrittene Technologien und künstliche Intelligenz.
Parallel zu den Gipfelgesprächen gab das kasachische Industrieministerium die Entdeckung eines großen Vorkommens Seltener Erden in der Region Karaganda bekannt. Dazu gehören Cer, Lanthan, Neodym und Yttrium. Diese Elemente spielen eine entscheidende Rolle in der modernen Industrie, insbesondere bei der Herstellung von Elektroautos, Smartphones und Windkraftanlagen. Angesichts des Versorgungsengpasses bei Seltenen Erden und der hohen Importabhängigkeit der EU ist diese Entdeckung von strategischer Bedeutung. Brüssel verfolgt das Ziel, die Rohstoffsicherheit in der Region Zentralasien zu stärken, um nachhaltige und widerstandsfähige Lieferketten aufzubauen.
Die Gesprächspartner vereinbarten, den Dialog im Rahmen der Dialogplattform C5+EU fortzusetzen und aktuelle Themen der regionalen und internationalen Agenda gemeinsam anzugehen. Mit diesen wegweisenden Gesprächen bekräftigen Kasachstan und die Europäische Union ihre strategische Partnerschaft und legen den Grundstein für eine vertiefte wirtschaftliche, technologische und politische Zusammenarbeit.
Pressemitteilung der Botschaft der Republik Kasachstan in Deutschland
Kazakhstan Investment Day 2025: Neue Perspektiven für die kasachisch-deutsche Industriepartnerschaft
Am 2. April 2025 fand in der AKA Ausfuhrkredit-Gesellschaft in Frankfurt der Kazakhstan Investment Day 2025 statt – eine spannende Gelegenheit zur Vertiefung der wirtschaftlichen und industriellen Zusammenarbeit zwischen Kasachstan und Deutschland. Mehr als 180 Teilnehmende aus Wirtschaft, Regierung, Finanzinstitutionen und Branchenverbänden folgten der Einladung des Ost-Ausschusses und weiterer Partnerorganisationen an den Main. Darunter befand sich auch eine hochrangige kasachische Delegation. Eröffnet wurde das Forum vom Hessischen Minister für internationale Zusammenarbeit Manfred Pentz, dem Ersten Stellvertretenden Premierminister der Republik Kasachstan Roman Sklyar, dem Stellvertretenden Außenminister Alibek Kuantyrov, dem kasachischen Botschafter in Berlin Nurlan Onzhanov sowie von Michael Harms, Geschäftsführer des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft.
Der Kazakhstan Investment Day 2025 diente als effektive Plattform zur Präsentation von Investitionsmöglichkeiten in Kasachstan, zum Erfahrungsaustausch und zur Koordination gemeinsamer Vorhaben in strategischen Schlüsselbranchen. Im Mittelpunkt des Forums standen drei strategische Themen, die die Agenda der bilateralen Zusammenarbeit langfristig prägen werden:
Gemeinsame Rohstoffprojekte Ein zentrales Thema war die Finanzierung gemeinsamer Projekte. Diskutiert wurden verschiedene Förderinstrumente, darunter staatliche Investitionsgarantien, Exportkreditabsicherungen durch Euler Hermes, Finanzierungsmöglichkeiten über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie die Beteiligung des kasachischen Staatsfonds Baiterek, der eine zentrale Rolle bei der Förderung industrieller und innovativer Projekte in Kasachstan spielt. Zudem wurde das Interesse am deutschen Rohstofffonds unterstrichen. Die KfW wurde von der Bundesregierung damit beauftragt, bis zu einer Milliarden Euro in das Eigenkapital von Bergbau-, Verarbeitungs- und Recyclingunternehmen zu investieren Mit diesem sollen Projekte im In- und Ausland gefördert werden, die einen Beitrag zur Rohstoffversorgungssicherheit leisten und der Gewinnung, Verarbeitung und dem Recycling von kritischen Rohstoffen dienen. Der Fonds soll zur Diversifizierung deutscher Lieferquellen beitragen und Projekte in Zentralasien könnten dabei eine wichtige Rolle spielen. In Kasachstan wäre beispielsweise die industrielle Verwertung großer, metallreicher Abraumhalden aus der Bergbauindustrie von Interesse. In Kasachstan lagern mehr als 60 Milliarden Tonnen solcher Abfälle, die seit der Mitte des 20. Jahrhunderts entstanden sind. Der typische Investitionsrahmen des Fonds liegt zwischen 50 und 150 Millionen Euro – ein attraktives Potenzial für deutsch-kasachische Kooperationen. Kasachstan verfügt über eine herausragende Rohstoffbasis und ist derzeit in der Lage, 19 der 34 von der EU definierten kritischen Rohstoffe zu liefern – darunter Kupfer, Chrom, Titan, Phosphor, Beryllium, Tantal und Mangan. Die Diskussion unterstrich die Notwendigkeit langfristiger Offtake-Vereinbarungen, die stabile und planbare Lieferströme für die europäische Industrie gewährleisten. Die Unternehmen HMS Bergbau und Knauf berichteten über ihre erfolgreichen Investitionsprojekte in Kasachstan. Zudem wurden die umfassenden Reformen im kasachischen Rohstoffsektor hervorgehoben: Die Einführung des Prinzips „first come – first served“ bei der Lizenzvergabe, die Anwendung internationaler Berichtsstandards (KAZRC auf Basis von CRIRSCO) sowie der Einsatz digitaler Plattformen wie Minerals.Gov.kz und E-Qazyna.kz haben die Transparenz und Effizienz deutlich erhöht. Bis Ende April 2025 sind Ausschreibungen für 50 Lagerstätten geplant, davon 21 im Bereich kritischer Rohstoffe.
Ausbau des Mittleren Korridors Ein weiteres zentrales Thema war der Ausbau der Transport- und Logistikinfrastruktur entlang des Mittleren Korridors, auch genannt Transkaspischer Internationaler Transportkorridor, der Zentralasien über das Kaspische Meer und den Südkaukasus mit Europa verbindet. Kasachstan nimmt in diesem Korridor eine Schlüsselposition ein. Die kontinuierliche Entwicklung dieser Route eröffnet neue Möglichkeiten für den Export raffinierter Rohstoffe und weiterverarbeiteter Produkte. Schätzungen zufolge könnte die Durchlasskapazität des Korridors bis 2030 auf 20 Millionen Tonnen steigen – eine strategische Chance für die Anbindung an europäische Lieferketten. Der Kazakhstan Investment Day 2025 hat das starke beiderseitige Interesse an einer intensiveren wirtschaftlichen Zusammenarbeit eindrucksvoll bestätigt. Kasachstan hat seine Position als verlässlicher Lieferant kritischer Rohstoffe und industrieller Partner Deutschlands klar unterstrichen. Die Veranstaltung markierte einen wichtigen Schritt hin zu einer vertieften industriellen Integration, zur Entwicklung nachhaltiger Wertschöpfungsketten und zu einer neuen Qualität der Partnerschaft zwischen Kasachstan und der Europäischen Union.
Vladimir Nikitenko, Regionaldirektor für Zentralasien im Ost-Ausschuss