TourismusWirtschaft

Kasachstan als Tourismusdestination auf dem Vormarsch

Eduard Kinsbruner

Kasachstan hat seine Position im WEF-Reise- und Tourismusindex verbessert. Die zentralasiatische Republik belegt derzeit Platz 52 von 119 Ländern auf der Liste der weltweiten Tourismusdestinationen. Das geht aus dem Bericht des Weltwirtschaftsforums über die Entwicklung von Reisen und Tourismus hervor. Insgesamt hat sich unser Land in der Weltrangliste um 14 Plätze verbessert und liegt vor anderen Ländern in der Region.

In Kategorien wie sozioökonomische Auswirkungen des Tourismus, Gesundheit und Hygiene, natürliche und kulturelle Ressourcen sowie Humankapital und Arbeitsmarkt, touristische Infrastruktur und Dienstleistungen erhielt Kasachstan die höchsten Bewertungen.

Die kasachische Tourismusagentur „Kazakh Tourism“ verfolgt in ihrer Entwicklungsstrategie das langfristige Ziel, sich in TOP 50 zu etablieren.

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Wirtschaft

Kasachstans Rating weiterhin stabil

Eduard Kinsbruner

Am 17. Mai 2024 bestätigte die internationale Ratingagentur Fitch Ratings die Kreditwürdigkeit Kasachstans mit BBB. Schlüsselfaktoren für die Bestätigung der Kreditwürdigkeit sind die Aufrechterhaltung umfangreicher Devisenreserven und die Stabilität der öffentlichen Finanzen als Garantie für die Widerstandsfähigkeit gegenüber externen Schocks.

Laut Fitch sind die internationalen Reserven des Landes um 1,6 Milliarden US-Dollar gestiegen (Ende März 2024 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum), während die Vermögenswerte des Nationalfonds um 2,3 Milliarden US-Dollar zugenommen haben.

Fitch geht davon aus, dass sich das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts bis zum Jahr 2024 auf 3,8 Prozent verlangsamen wird. Diese Prognose spiegelt zum Teil eine Verlangsamung des Investitions-, Bau- und Kreditwachstums sowie die Auswirkungen der Überschwemmungen in einigen Teilen des Landes wider. Im Jahr 2025 wird sich das BIP-Wachstum aufgrund der steigenden Ölproduktion voraussichtlich auf 5 Prozent beschleunigen. Gleichzeitig wird die wirtschaftliche Diversifizierung durch den Ausbau des Transportsektors im Mittleren Korridor und verstärkte Investitionen in erneuerbare Energien gefördert.

Die Analysten von Fitch gehen davon aus, dass die Inflation auf 8,7 Prozent sinkt, die Steigerungen bei Lebensmittelpreisen nachlassen und die Landeswährung an Stärke gewinnt.

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AustauschBilaterale BeziehungenRohstoffe

Deutsch-Kasachische Rohstoffkooperation

Andreas Metz
Der Botschafter Kasachstans in Berlin Nurlan Onzhanov warb eindringlich um deutsch-kasachische Kooperationen im Rohstoffsektor. Foto: Andreas Metz
Der Botschafter Kasachstans in Berlin Nurlan Onzhanov warb eindringlich um deutsch-kasachische Kooperationen im Rohstoffsektor. Foto: Andreas Metz

Experten-Konferenz am 12. April suchte nach neuen Ideen

Der deutsch-kasachische Handel hat sich in den vergangenen Jahren durchaus positiv entwickelt. Gemessen an den bilateralen Möglichkeiten und den geopolitischen Notwendigkeiten bleibt die Wirtschaftskooperation aber dramatisch hinter den bestehenden Potenzialen zurück. Dies verdeutlichte eine hervorragend besetzte Veranstaltung zur „Deutsch-Kasachischen Rohstoffkooperation“ am 12. April, zu der die kasachische Botschaft, die Technische Universität Bergakademie Freiberg und der Ost-Ausschuss gemeinsam in die Vertretung Sachsens in Berlin eingeladen hatten.

Die Zahlen, die Nurlan Onzhanov – kasachischer Botschafter in Berlin – in seinem konzentrierten Vortrag den 70 Interessierten vorstellte, dürften bis heute noch so manchem in den Ohren klingeln: Kasachstan – neuntgrößtes Land der Erde – verfügt aktuell über mehr als 8.000 Lagerstätten für mehr als 100 verschiedene Mineralien. Mit 5000 weiteren Lagerstätten dürfte bei entsprechender Exploration zu rechnen sein. Allein deren Gesamtwert schätzt Onzhanov auf 46 Billionen Dollar. Von 34 Mineralien, die die EU als kritische Rohstoffe identifiziert hat, bei denen sie laut dem gerade vorgestellten „Critical Raw Materials Act (CRMA)“ ihre Lieferstrukturen diversifizieren will, könnte Kasachstan aktuell bereits 16 liefern. Gleichzeitig gehört Kasachstan weltweit zu den acht Ländern mit dem größten Produktionspotenzial für grünen Wasserstoff.

Der Ball liegt im deutschen Feld

Zwar ist das zentralasiatische Land nach Beginn des russischen Angriffskriegs bereits zum drittgrößten deutschen Erdöllieferanten aufgestiegen und sichert unter anderem die Produktion in der PCK-Raffinerie in Schwedt ab, doch abgesehen von Erdöl gehen die Lieferungen von wichtigen Rohstoffen aus Kasachstan nach Deutschland derzeit tendenziell sogar zurück. Besser machen es Länder wie Italien, Südkorea, die Niederlande oder die Türkei sowie die großen Nachbarn Russland und China. Sie liegen allesamt in der kasachischen Handelsstatistik vor der Bundesrepublik, obwohl die kasachische Regierung in Astana kaum eine Gelegenheit auslässt, um zu erläutern, wie sehr sie an deutschem Know-how und Investitionen interessiert ist und warum sie gerade der Zusammenarbeit mit Deutschland eine strategische Priorität in Europa einräumt. Einmal mehr warb Botschafter Onzhanov für „eine Partnerschaft auf Augenhöhe“, sprach von einer „Win-Win-Situation“ für beide Seiten und betonte, dass die Planungen seines Landes das europäische Lieferkettengesetz und europäische Umwelt- und Rechtsstandards vollständig berücksichtigen würden.

Der Ball liegt also im deutschen Feld. Aber bislang fehlen die Mitspieler. Entsprechend ernüchternd fiel die bisherige Bilanz der deutsch-kasachischen Rohstoffzusammenarbeit aus, die der sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Manfred Grund, Susanne Szech-Koundouros, Unterabteilungsleiterin im Bundeswirtschaftsministerium, und Prof. Klaus-Dieter Barbknecht, Rektor der Uni Freiberg, in ihren Eingangsstatements zogen. Dabei ist anzuerkennen, dass die Politik in Bezug auf Kasachstan bereits einige Hausaufgaben gemacht hat und mit bilateralen Vereinbarungen sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene klare Perspektiven aufzeigt.

Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Michael Harms. Foto: Andreas Metz
Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Michael Harms. Foto: Andreas Metz

Bereits 2012 schloss Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Unterstützung des Ost-Ausschusses eine „Partnerschaft im Rohstoff-, Industrie- und Technologiebereich“ mit Kasachstan ab. Fast parallel wurde in Deutschland die Rohstoffagentur DERA im Zuständigkeitsbereich des Bundeswirtschaftsministeriums ins Leben gerufen. Doch nach einem dramatischen Anstieg der Rohstoffpreise nach 2010 brachen diese wenige Jahre später ähnlich dramatisch wieder ein, was viele vielversprechende Projektideen offenbar unrentabel machte und den schnellen Todesstoß versetze.

Fehlende Strategie der deutschen Industrie

Hinzu kommt ein gravierendes strukturelles Problem, das die anwesenden deutschen Experten am 12. April auch schonungslos diskutierten: Obwohl Deutschland als ressourcenarmes Land jährlich Rohstoffe im Wert von 200 Milliarden Euro auf dem Weltmarkt einkauft, davon etwa 50 Prozent Metallrohstoffe, gibt es hierzulande kaum noch Unternehmen, die sich mit Auslandsbergbau beschäftigen – eine Lücke, die sich zu einer ernsthaften Gefahr für den Standort Deutschland ausweiten könnte. Zumal die deutsche Großindustrie, die bei einzelnen Rohstoffen wie Silizium oder Platinkatalysatoren fast 50 Prozent der globalen Nachfrage ausmacht, offensichtlich keine wirkliche Strategie für eine vorausschauende und dauerhaft verlässliche Beschaffung besitzt.

Paneldiskussion zu Kooperationsmöglichkeiten. Foto: Andreas Metz
Paneldiskussion zu Kooperationsmöglichkeiten. Foto: Andreas Metz

In einer abschließenden Paneldiskussion, die Ost-Ausschuss-Regionaldirektor Eduard Kinsbruner moderierte, und die beinahe Workshop-Charakter hatte, wurden die bestehenden Probleme nicht nur schonungslos analysiert sondern auch Ideen zur Überwindung des gegenwärtigen Zustands diskutiert, die hoffentlich Folgen haben werden: Manfred Grundke, Sprecher für Zentralasien im Ost-Ausschuss, erinnerte an ein Modell, das die britische Regierung für die Förderung von Windkraftprojekten aufgelegt hat. Um Investoren einen Teil des Risikos bei Projekten zur Rohstoffförderung abzunehmen, könnte die Regierung  diesen einen Fixpreis garantieren. Falle der Marktpreis unter diese Marke, müsste der Verlust staatlich ausgeglichen werden, steige der Preis umgekehrt über die vereinbarte Zielgröße, müsse das Unternehmen Einnahmen an den Staat abführen. Grundke rechnete vor, dass die angestrebte grüne Transformation und der Ausbau von E-Mobilität und Windkraft den Bedarf an mineralischen Rohstoffen wie Kupfer, Grafit, Kobalt oder Lithium gewaltig steigern werde. Die Förderländer zu diversifizieren, sei die eine Aufgabe, aber fast noch wichtiger sei es, die Verarbeitung der Rohstoffe zu diversifizieren. Aktuell habe China hier etwa bei Seltenen Erden einen Anteil von 90 Prozent.

Gemeinsame Projektgesellschaften und Abnahmeverträge

Martin Wedig, Geschäftsführer der Fachvereinigung Auslandsbergbau und Internationale Rohstoffaktivitäten, regte die Gründung von deutsch-kasachischen Projektgesellschaften an, auch in Zusammenarbeit mit Ländern wie Australien. Ein Weg sei es, Unternehmen stärker zu poolen, um das finanzielle Risiko zu verringern. In Deutschland fehlten zwar große Rohstoffkonzerne, Projekt-Know-how sei aber weiterhin umfangreich vorhanden.

Peter Buchholz, Leiter der Deutschen Rohstoffagentur DERA, nannte die Idee von deutsche Einkaufsgemeinschaften bzw. von festen Abnahmeverträgen für kritische Rohstoffe, die Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Michael Harms und BDI-Hauptgeschäftsführungsmitglied Wolfgang Niedermark vorschlugen, durchaus interessant. Kartellrechtliche Fragen müssten beachtet werden, dennoch sei dies ein möglicher Ansatz. Gleichzeitig warb Buchholz dafür, in Lieferketten zur Rohstoffveredelung in Kasachstan zu investieren.

Uni-Rektor Barbknecht wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Kasachstan mit seiner jungen Bevölkerung gleichzeitig über ein großes Potenzial zur Gewinnung von Fachkräften verfüge, die in der Rohstoffverarbeitung dringend benötigte Arbeitsplätze finden könnten. Partnerschaften zur Ausbildung kasachischer Fachkräfte in Deutschland seien naheliegend. Es gehe jetzt darum, „nicht mehr lange zu reden, sondern endlich zu machen“.

Dass in den nächsten Jahren endlich über mehr deutsch-kasachische Erfolgsgeschichten zu berichten sein wird, diese Hoffnung weckte Dennis Schwindt, Vorstandsvorsitzender der HMS Bergbau AG. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin wandelt sich gerade vom Rohstoff-Händler zum Rohstoffförderer und hat sich an kasachischen Unternehmen beteiligt, um Förderprojekte für Metalle wie Kobalt und Nickel zu entwickeln. Schwindt lobte dabei die starke Unterstützung der kasachischen Behörden: „Wir erleben Rahmenbedingungen, die ich besser nicht vorfinden könnte.“ Wer sich von den Chancen für Kooperationen vor Ort selbst überzeugen möchte, der hat im Mai eine weitere Gelegenheit dazu: Vom 14. bis 16. Mai 2024 organisiert der Ost-Ausschuss eine Delegationsreise nach Kasachstan.

Andreas Metz,
Leiter Public Affairs im Ost-Ausschuss

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AustauschBilaterale BeziehungenKooperationTourismus

Kasachstan präsentiert sich auf der der Internationalen Tourismusbörse in Berlin (ITB)

Kasachstan als Tourismusdestination erfreut sich einer immer größeren Beliebtheit. Mit einem großen Länderpavillon hat sich das Land auf der größten Tourismusmesse der Welt, der Internationalen Tourismusbörse in Berlin (ITB), der Welt und der internationalen Reisebranche präsentiert.

Kasachstan präsentierte ein breites Spektrum touristischer Routen, darunter Bergwanderungen, Expeditionen in die Steppe, Kulturtouren durch historische Städte sowie Möglichkeiten des Ökotourismus.

Zu diesem Zweck reiste eine Delegation unter der Leitung des stellvertretenden Ministers für Tourismus und Sport der Republik Kasachstan, Erzhan Erkinbayev, nach Berlin.

Der Länderpavillon Kasachstans erfreute sich großer Aufmerksamkeit der Besucher, auch unter der politischen und wirtschaftlichen Prominenz. Unter anderen besuchten der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, der Generalsekretär der Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen, Zurab Pololikashvili, die Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe der Stadt Berlin, Franziska Giffey, der Geschäftsführer der Messe Berlin, Mario Tobias, der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft, Norbert Fiebig den Kasachstan-Pavillon.

Der kasachischen Delegation gehörten auch Vertreter der heimischen Tourismusbranche an. Rund 40 Vertreter kasachischer Unternehmen aus der Tourismusbranche kamen nach Berlin.

Die ITB Berlin ist die weltgrößte B2B-Messe für Tourismusorganisationen. Die Messe findet seit 1966 statt und gilt als attraktive Plattform zur Förderung aller Arten touristischer Angebote und Dienstleistungen. An der Messe nehmen Reiseveranstalter, Fluggesellschaften, Hotels und Unternehmen teil, die Waren und Dienstleistungen für Reiselustige anbieten.

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Beirat des Berliner Eurasischen Klubs tagt in Berlin

Eduard Kinsbruner

Am 29. Februar 2024 fand in Berlin die Sitzung des Beirats des Berliner Eurasischen Klubs statt. Im Mittelpunkt der Diskussionen standen die Themen der ausstehenden Sitzungen des Berliner Eurasischen Klubs im laufenden Jahr. Traditionell wird das Jahr mit einer Sitzung in der kasachischen Hauptstadt Astana eröffnet. Am 15. Mai werden die Themen der Rohstoffkooperation und der Ernährungssicherheit im Mittelpunkt stehen.

Die Bedeutung der Environmental, Social and Corporate Governance (ESG) Kriterien für die Kooperation zwischen der Europäischen Union und Kasachstan sollen dann den Schwerpunkt der Sitzung in Brüssel stehen, die im Oktober abgehalten wird.

Die abschließende Dezember-Sitzung des Berliner Eurasischen Klubs in Berlin wird dann den Fokus auf die Finanzierungsinstrumente in den deutsch-kasachischen Wirtschaftsbeziehungen legen.

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AustauschBilaterale BeziehungenWirtschaft

Industrielle Zusammenarbeit im Fokus

Foto: Andreas Metz, OA

Runder Tisch mit Minister für Industrie und Bauwesen Kanat Scharlapaew in Berlin

Am 15. Februar fand in Berlin ein Rund-Tisch-Gespräch von Mitgliedsunternehmen des Ost-Ausschusses mit einer kasachischen Delegation unter Leitung des Ministers für Industrie und Bauwesen Kanat Scharlapaew statt, bei dem insbesondere die Themen Grüne Energie, Landwirtschaft und Logistik im Mittelpunkt standen. Kasachstan sei für Europa in geopolitisch schwierigen Zeiten ein verlässlicher Partner und Deutschland wiederum für sein Land der erste Ansprechpartner in der EU, betonte Scharlapaew und regte eine engere Zusammenarbeit zur Dekarbonisierung der europäischen Wirtschaft und zur Sicherung der globalen Ernährung an. Deutsche Technologie beispielsweise zur Erzeugung von Wind- und Solarenergie und zur Steigerung der Ernteerträge in Kasachstan sei hochwillkommen.

Foto: Andreas Metz, OA

Engere Kooperationen wünscht sich der Minister auch bei der Erschließung kasachischer Rohstoffe, wie etwa der großen Lithium-Vorräte. Sein Land sei ein verlässlicher Rohstofflieferant der EU und habe zudem weltweit die besten Bedingungen für die Erzeugung von Windenergie am Kaspischen Meer. Manfred Grundke, Sprecher des Arbeitskreises Zentralasien im Ost-Ausschuss regte an, in Kasachstan produzierten grünen Wasserstoff in Form von Ammoniak über Pipelines in die EU zu liefern, bot eine Zusammenarbeit bei der Ausbildung kasachischer Fachkräfte in Deutschland an und plädierte für den weiteren Ausbau des Mittleren Logistikkorridors aus Zentralasien über das Kaspische Meer Richtung Europa. Angesprochen wurde auch das Thema Russland-Sanktionen: „Kasachstan beteiligt sich nicht an Sanktionsumgehung“, unterstrich der Minister. Beide Seiten plädierten dafür, sich bei diesem Thema noch stärker abzustimmen, um einerseits Verstöße auszuschließen und gleichzeitig negative Auswirkungen auf den bilateralen Handel durch lange Genehmigungszeiten etwa für die Lieferung von Dual-Use-Gütern zu verringern.

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Rahmenbedingungen für Investitionen in Kasachstan verbessert

Sowohl die Bundesregierung als auch die kasachische Regierung haben in den vergangenen Monaten einige wichtige Maßnahmen ergriffen, die die Bedingungen für die deutschen Investitionen in Kasachstan attraktiver machen.

Astana

Im Oktober 2023 hat die Bundesregierung stärkere Anreize für eine Diversifizierung der Außenwirtschaftsbeziehungen beschlossen und bietet vergünstigte Konditionen für die Übernahme von Investitionsgarantien in 34 ausgewählten Ländern, darunter auch Kasachstan. Unter anderem ist ein Erlass der Antragsgebühr, ein reduzierter Selbstbehalt im Schadensfall sowie ein ermäßigtes jährliches Garantieentgelt vorgesehen. Mehr Details dazu sind unter https://investitionsgarantien.de/ zu finden.

Gleichzeitig mit der Einführung der neuen günstigen Investitionsgarantien wurden die Regeln für die Gewährung von Ungebundenen Finanzkrediten im Rohstoffbereich ausgeweitet. Nun werden die UFK auch für weiterverarbeitete Rohstoffe vergeben, so soll die Sicherheit der Rohstoffversorgung in Deutschland verbessert werden.

Diese Maßnahmen ergänzen und erweitern die Rahmenbedingungen, die seit 2012 mit Regierungsabkommen über eine Partnerschaft in den Bereichen Rohstoffe, Industrie und Technologie zwischen Kasachstan und Deutschland geschaffen wurden.

Auch auf der europäischen Ebene wurden die Schritte dafür eingeleitet. Am 7. November 2022 unterzeichnete der Premierminister Kasachstans Alikhan Smailov mit der Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen ein „Memorandum über die strategische Partnerschaft für nachhaltige Rohstoffe, Batterien und erneuerbaren Wasserstoff“.

Anfang Dezember 2023 hat dann Kasachstan einen weiteren Schritt bei der Verbesserung der Rahmenbedingungen für ausländische Investoren gemacht. Der Fokus liegt dabei auf der Steigerung der Effizienz bei der Anwerbung von Investitionen für die Wirtschaft des Landes. Dabei werden die Kompetenzen des Investitionsrates unter dem Vorsitz des Premierministers des Landes weiter ausgeweitet. Zu den Aufgaben des Investitionsrats gehören unter anderem die Ausarbeitung von Vorschlägen und Empfehlungen zu Investitionsprojekten, die auf dem Territorium der Republik Kasachstan entwickelt werden und auf die Intensivierung der Arbeit mit potentiellen Investoren abzielen, einschließlich der Berücksichtigung der Voraussetzungen sowie Prüfung von Fragen zu Investitionsprojekten, die eine Entscheidung auf der Ebene der Regierungsführung erfordern.

Der Rat kann nun Entscheidungen treffen, die für zentrale und lokale staatliche Stellen sowie für Einrichtungen des öffentlichen Sektors verbindlich sind. Gleichzeitig wird die persönliche Verantwortung des Vorsitzenden und der Mitglieder des Investitionsrates für die Verbesserung des Investitionsklimas und die rechtzeitige Realisierung von Investitionsprojekten gesetzlich verankert.

Das Arbeitsgremium des Rates ist das Außenministerium der Republik Kasachstan, das die Tagesordnung der Ratssitzungen festlegt.

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Erster Vize-Premierminister der Republik Kasachstan Roman Sklyar besucht Berlin

Im Rahmen seines Besuchs am 16. und 17. November 2023 in Berlin diskutierte der Erste Vizepremierminister der Republik Kasachstan, Roman Sklyar, mit deutschen Unternehmern am Runden Tisch über aktuelle Trends in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Unternehmen beider Länder.

Er informierte die deutschen Unternehmer über die Pläne der kasachischen Regierung zur Steigerung der Investitionsattraktivität des Landes und die verfügbaren staatlichen Unterstützungsmaßnahmen.

Runder Tisch mit Roman Sklyar
Foto: Botschaft der Republik Kasachstan in Berlin

Die Teilnehmer des Runden Tisches machten eine Reihe konkreter Vorschläge für den weiteren Ausbau der Zusammenarbeit mit Kasachstan in Schwerpunktbereichen wie Maschinenbau, Bergbau, Transport und Logistik, Landwirtschaft, Medizin und Finanzen. An der Veranstaltung nahmen auch Mitglieder der im Juni gegründeten Arbeitsgruppe zur Finanzierung gemeinsamer Projekte und Risikoabsicherung teil.

„Wir sind an einer Zusammenarbeit bei der Schaffung von Produktionsstätten nach dem Prinzip „Made in Kasachstan mit deutscher Qualität“ interessiert“, betonte Roman Sklyar.

Seiner Meinung nach eröffnen die aktuelle geopolitische Lage und die Verbesserung des Geschäftsklimas neue Horizonte für eine gegenseitig vorteilhafte wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Kasachstan und Deutschland.

Der Besuch wurde auch zu einer Abstimmung mit der Bundesregierung genutzt, so fanden unter anderem Treffen mit Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck und dem Staatssekretär im Bundeskanzleramt Jörg Kukies statt.  

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